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Mönchengladbach
Ab 2028 mit der S-Bahn nach Köln?

Mönchengladbach. In einer Absichtserklärung haben Nahverkehr Rheinland und Verkehrsverbund Rhein-Ruhr die Verlängerung der Strecke Köln-Grevenbroich bis nach Mönchengladbach festgeschrieben. Es kann auch eine Haltestelle Hochschule geben. Von Thomas Grulke

Das Werben der Mönchengladbacher GroKo um die Erweiterung der geplanten S-Bahn-Verbindung Köln-Grevenbroich bis nach Mönchengladbach hat sich ausgezahlt. Wie CDU und SPD berichten, soll in einer Absichtserklärung zwischen dem Nahverkehr Rheinland (NVR) und dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) die S-Bahn-Verlängerung von Köln bis zum Hauptbahnhof Mönchengladbach jetzt festgeschrieben werden. "Ich freue mich, dass unsere Bemühungen so schnell mit konkreten Fortschritten belohnt werden", sagt CDU-Ratsherr und VRR-Verwaltungsratsmitglied Friedhelm Stevens. In die Planungen mit einbezogen ist zudem der zweigleisige Ausbau der Strecke zwischen dem Hauptbahnhof Rheydt und dem Haltepunkt Odenkirchen, dessen Bahnsteig erhöht werden soll.

"Wenn eine S-Bahn im 30-Minuten-Takt fahren würde, ergäbe sich eine verbesserte zeitliche Anbindung an Köln", sagt Stevens. Auch SPD-Ratsherr Henning Haupts hält eine gescheite Taktanbindung an Oberzentren wie Düsseldorf oder Köln für extrem wichtig. Zugleich macht er sich für die Prüfung weiterer möglicher S-Bahn-Haltestellen in Mönchengladbach stark. "Im Zuge dieser Pläne sollte auch an Haltestellen am Regiopark, der stark wächst und großes Potenzial in der Nachfrage bietet, sowie im Bereich Geistenbeck/Mülfort gedacht werden", sagt das VRR-Verwaltungsratsmitglied.

Froh sind die Planungspolitiker, dass die Deutsche Bahn den Haltepunkt Mönchengladbach-Hochschule, der auf der Höhe des Schotterparkplatzes an der Rheydter Straße gebaut werden könnte, schon in ihre Stationsoffensive aufgenommen hat. Indes machen Stevens und Haupts auch klar, dass Geduld gefragt sein wird. "Die komplette Fertigstellung wird sicherlich zehn Jahre in Anspruch nehmen", sagt Haupts. "Man kann jetzt nicht vorhersagen, wann erste Baumaßnahmen erfolgen könnten. Wichtig ist, dass wir in Sachen Infrastrukturmaßnahmen wichtige Pflöcke eingeschlagen haben", sagt Stevens.

Für die S-Bahn-Verlängerung, deren Investitionsvolumen sich nach einer ersten Kostenschätzung auf 70 Millionen Euro beläuft, wird ein zweigleisiger Streckenausbau zwischen Rheydt und Odenkirchen vonnöten - und damit laut Stevens auch ein Planfeststellungsverfahren. "Darin wird es dann um Themen wir Bürgerbeteiligung, Lärm- und Schall-Schutz oder den Kauf von Grund und Boden gehen, denn es gibt entlang der Strecke zum Teil ja eine sehr nahe Bebauung. Dafür wird sicherlich einige Zeit erforderlich sein", sagt der CDU-Ratsherr. Haupts beschäftigt vielmehr der Fachkräftemangel im Bauingenieurwesen, wenn er beispielsweise an den Ausbau der Brücke über der Wickrather Straße denkt: "Der Streckenausbau wird kommen, denn das Projekt ist für den Schienenverkehr zwischen den Niederlanden und Köln sehr wichtig. Aber wir benötigen auch die Ingenieure, um die Baumaßnahmen in Angriff nehmen zu können."

Sicher ist, dass die Mönchengladbacher noch lange warten müssen, bis sie im Optimalfall tatsächlich mit einer S-Bahn nach Köln fahren können. Denn auch in Köln und Grevenbroich sind noch umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen nötig. Im Schreiben von CDU und SPD wird immerhin ein möglicher Starttermin für die neue Verbindung genannt: Im Dezember 2028 könnte die Strecke den Betrieb aufnehmen.

Quelle: RP
 
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