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Mönchengladbach
Abschied vom Margarethengarten

Mönchengladbach: Abschied vom Margarethengarten
Die Akteure nahmen keinesfalls still und leise Abschied von Maggi - im Gegenteil: Es wurde bunt und laut. FOTO: Isaballa Raupold
Mönchengladbach. Der Margarethengarten muss einem Neubau weichen. Unterstützt von diversen Gruppen, Vereinen und Einzelpersonen feierte der Verein Waldhaus 12 als Initiator von damals fröhlich bunt den Abschied mit Musik, Tamtam und Kulturdemo. Von Angela Wilms-Adrians

Vor vier Jahren wurde ein brachliegendes Grundstück zum Margarethengarten und damit zum wahr gewordenen Traum eines urbanen Gartens und Treffpunkt für kreative Köpfe. Nun heißt es Abschied nehmen, da an der Eickener Straße gebaut wird. Der Verein Waldhaus 12, der den interkulturellen Gemeinschaftsgarten ins Leben gerufen hatte, zog sich nicht sang- und klanglos zurück. Er mobilisierte Mitstreiter für eine fröhlich bunte Tanz- und Kulturdemonstration unter strahlend blauem Himmel.

Treffpunkt war der Schillerplatz, wo der "Margarethenbulli" liebevoll geschmückt mit Blumen, Gießkannen und bunten Tüchern neben anderen Musikwagen für den Umzug durch die Stadt bereitstand. Hier trafen sich etliche Gruppen, Vereine und Einzelpersonen, die den Verein Waldhaus an diesem besonderen Tag unterstützten und die Demo als bunte Fußtruppen oder auf einem der Musikwagen begleiteten. Die Stimmung war gut, der Appell zum Erhalt der freien Kultur entschlossen. Kreativität wurde auch im persönlichem Outfit gelebt: Viele junge Frauen hatten Blumenkränze im Haar, andere Teilnehmer trugen Masken oder zumindest ausgefallene Accessoires, so dass eine bizarre Leichtigkeit über allem lag.

"Wir sind da, und es wird weitergehen. Wir haben jede Menge kreatives Potenzial, und wir stehen ein für einen Raum der Begegnung und Kultur. Wir danken allen, die uns unterstützt haben, und wir danken allen, die mit uns feiern", betonte Nadège Ribitzki, Waldhaus-Vorsitzende, zur Begrüßung. Gekommen war auch ihre Vorgängerin Constance Schulte, die inzwischen wieder in Köln lebt. Der lokale Poetry-Slammer Jonas Jahn eröffnete die Kulturdemo unter dem Motto "Tschüss Maggie! Tschüss Kultur?" mit kritisch liebevollen Zeilen auf Mönchengladbach und Underground-Kultur.

Dann formierte sich der bunte Umzug durch Humboldt-, Bismarck- und Hindenburgstraße hin zum Kapuzinerplatz, wo es eine Kundgebung und ein Open-Air-Konzert gab, und schließlich zum lebhaften Ausklang im Margarethengarten. Erklärtes Ziel war, die Straße zum Dancefloor zu machen. Voran zog die Truppe Free Flow mit skurrilen Masken- und Puppenfiguren, wie einem Riesen in Gold mit beweglichen Armen. "Der Critical Rave soll keine Motzveranstaltung sein, sondern Spaß machen", hatte Julia Schinke als eine der Organisatorinnen des Events vorab betont. Am Ende zog die Dreißigjährige überaus glücklich Bilanz: "Das war eine coole Veranstaltung. Passanten sind dazu gestoßen, und auch die Gruppen wurden verstärkt. Das Signal ist bei der Stadt angekommen, und wir hatten jede Menge Spaß".

Quelle: RP
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