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Mönchengladbach
Abschied von den Sternenkindern

Mönchengladbach. Im Elisabeth-Krankenhaus findet am 22. November eine Gedenkfeier statt. Von Angela Rietdorf

Der Verlust eines Kindes ist der größte Schmerz, der Eltern treffen kann. Umso wichtiger können deshalb Rituale und Gedenkfeiern sein, wie die Kinderklinik des Elisabethkrankenhauses seit mehr als zehn Jahren anbietet. So gut die medizinische Versorgung in Deutschland auch ist, Todesfälle auch bei Kindern lassen sich nie ganz verhindern. Vier bis sechs Kinder von 650, die jährlich auf der Kinderintensivstation in der Rheydter Klinik versorgt werden, sterben. Dazu kommen etwa zwölf Kinder, die tot geboren werden.

In der Kinderklinik werden die Eltern mit dem Verlust nicht allein gelassen. Schwestern, Ärzte und Seelsorger kümmern sich um die Betroffenen, und zwar schon dann, wenn das junge Leben gefährdet ist. "Wir tun medizinisch das Bestmögliche", sagt Professor Dr. Wolfgang Kölfen, der Chefarzt der Kinderklinik. "Aber es gibt eine Phase, in der man fragen muss, ob es gelingt, das Kind zu retten." Dann sprechen die Ärzte und Schwestern mit den Eltern, bieten die Unterstützung der Krankenhausseelsorger an und sprechen auch über die Möglichkeit der Taufe im Krankenhaus. "Es geht immer darum, das Beste für das Kind und die Eltern zu tun", erklärt der evangelische Krankenhausseelsorger Pfarrer Peter Brischke. Stirbt ein Kind, können Eltern einen Stern mit Namen, Datum oder Foto versehen und an der Wand der Intensivstation befestigen. Die Sternenwand ist auch ein immer präsenter Hinweis darauf, dass es keine Garantie dafür gibt, dass ein schwer krankes Kind wieder gesund wird. Die Gedenkfeier, die alljährlich am letzten Sonntag des Kirchenjahres, dem Ewigkeitssonntag, stattfindet, ist ebenfalls ein Ritual, das den Eltern Raum für ihre Trauer bietet, und zwar nicht nur im Jahr des Todesfalls. Rund 70 Namen werden bei der Feier verlesen. "Darunter sind Namen von Kindern, die vor 40 Jahren gestorben sind", sagt Dr. Wolfgang Biskup, Oberarzt der Klinik. "Die Eltern empfinden sich immer noch als verwaist."

Die Trauerfeier steht allen offen, die ein Kind verloren haben. Am Eingang der Kapelle werden die Ankommenden begrüßt und die zu verlesenden Namen in ein Buch eingetragen. "Manche stehen zwanzig Minuten vor der Kapelle und überlegen, ob sie es ertragen, hereinzukommen", weiß Pfarrer Brischke. Diejenigen aber, die es tun, sind dankbar, Zeit nur ihrem Kind und der Trauer widmen zu können.

Die Gedenkfeier findet in diesem Jahr am Sonntag, 22. November, um 15 Uhr in der Kapelle des Elisabethkrankenhauses in Rheydt statt.

Quelle: RP
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