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Mönchengladbach
Acht neue "Fridas" begleiten und helfen Senioren in ihrem Alltag

Mönchengladbach. Nach der Qualifizierung stehen Freiwillige als ehrenamtliche Helfer bereit. Schon 20 von ihnen sind mittlerweile in Mönchengladbach aktiv. Von Angela Rietdorf

Die neuen Fridas sind hilfsbereit, kompetent und großzügig, aber ihre Großzügigkeit bemisst sich nicht in Euro und Cent, sondern in Stunden. Sie geben nämlich das, wovon viele Menschen heute viel zu wenig haben: Zeit. Frida - das steht für Freiwillige in der Alltagsbegleitung - hat sich von einem ökumenischen Projekt zu einem dauerhaften Netzwerk gemausert, das Senioren ehrenamtliche Begleitung anbietet.

2008 ging Frida an den Start. Jetzt, acht Jahre später, hat wieder eine neue Gruppe hilfsbereiter Ehrenamtler die Qualifizierung abgeschlossen und ist für den Einsatz bereit. Vierzehn Stunden Schulung liegen hinter den acht Teilnehmern. Sie haben sich mit gesetzlichen Rahmenbedingungen beschäftigt, mit dem Mönchengladbacher Gesundheitssystem und seinen Einrichtungen, mit den unterschiedlichen Bedürfnissen des Alters und mit der richtigen Reaktion auf Notfälle.

Seit einem Jahr zählt auch Patientenbegleitung zum Angebot von Frida und deshalb standen auch die Unterstützungsmöglichkeiten von Patienten auf dem Qualifizierungsprogramm.

Die tatsächlichen Tätigkeiten der Ehrenamtler sind so unterschiedlich wie die Bedürfnisse der älteren Menschen, die sie begleiten. "Viele machen Besuche zu Hause, man trinkt gemeinsam Kaffee, redet, spielt, macht einen Spaziergang oder geht einkaufen", zählt Wolfgang Mahn, Gemeindereferent in der Pfarre St. Vitus und einer der Organisatoren des Netzwerks, auf. "Dafür sind im Durchschnitt zwei bis drei Stunden in der Woche nötig."

Diese Zeit investieren die neuen Helferinnen und Helfer alle gern. "Mir ist es im Leben immer gut gegangen", erklärt Christina Berger. "Jetzt bin ich Rentnerin und möchte etwas zurückgeben. Ich freue mich auf die alten Menschen." Thomas Lieska hat über einen langen Zeitraum seine jetzt verstorbene Mutter begleitet, ist mit ihr spazieren und einkaufen gegangen. "Ich mache das gern", sagt er. Deshalb wird er jetzt im Rahmen von Frida aktiv.

Petra Kuznik kann sich gut vorstellen, Patienten zu begleiten. "Ich war selbst oft im Krankenhaus, ich kenne mich aus." Sie wolle gern Menschen ihre Zeit schenken, erklärt sie ihre Motivation.

Aus der Begleitung der älteren Menschen können sich enge und freundschaftliche Beziehungen entwickeln, aber es ist auch wichtig, die eigenen Grenzen zu kennen und zu respektieren. Die Alltags- und Patientenbegleiter - inzwischen sind es zwanzig an der Zahl - treffen sich einmal im Monat zum Erfahrungsaustausch. Außerdem steht das Leitungsteam von Frida zur Unterstützung bereit. Denn nicht immer ist alles einfach. Die Begleitung kann bis zum Tod dauern. Auch das gehört zum Leben und muss verarbeitet werden.

Die neuen Fridas gehen jedenfalls mit viel Engagement an den Start und werden bald die Senioren kennenlernen, die sich die Begleitung und die Besuche durch die Freiwilligen wünschen.

Ältere Menschen, die gern besucht werden möchten, können sich noch bei den Frida-Koordinatoren melden: entweder in der Ökumenischen Altentagesstätte Eicken, im Freiwilligenzentrum der Caritas oder bei Gemeindereferent Wolfgang Mahn unter Telefon 0151 52635906.

Quelle: RP
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