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Mönchengladbach
Achtung Aufnahme: Hier wird gedreht

Mönchengladbach: Achtung Aufnahme: Hier wird gedreht
Die Kasematten von Schloss Rheydt geben eine tolle Kulisse für den Märchenfilm ab. FOTO: Hans Peter Reichartz
Mönchengladbach. Sieben Kinder haben sich ein Märchen ausgedacht und ein Drehbuch geschrieben. Jetzt wird gefilmt. Der Ferienkurs im Schloss Rheydt heißt "Rapunzel, lass dein Handy herunter". Profi Kai Welf Hoyme hilft beim Drehen und Schneiden. Von Inge Schnettler

Die Geschichte haben die Kinder sich selbst ausgedacht - und es scheint, dass da gleich mehrere Märchen durcheinander gepurzelt sind. Gretel verirrt sich im Wald, trifft glücklicherweise Rapunzel, die beiden gehen ins Schloss, wo sie einschlafen. Dann hören sie ein Geräusch im Keller, es ist das Gespenst, das an alle Kinder Stifte verteilt. Die böse Hexe taucht auf, es gibt eine wilde Verfolgungsjagd. Gretel und Rapunzel rufen die gute Hexe an, die eilt den Kindern zu Hilfe. Und dann gibt es auch noch ein großes Fest im Rittersaal. Die sieben Mädchen, die an dem Ferienworkshop "Rapunzel, lass dein Handy herunter" vom Museum Schloss Rheydt teilnehmen, sprudeln förmlich über vor Begeisterung. Sie haben ein Drehbuch geschrieben, dann wird gefilmt.

Gestern drehte das Team, angeleitet von Medien-Profi Kai Welf Hoyme, in den Kasematten. Gretel und Rapunzel sind von der bösen Hexe in eine Glasvitrine gehext worden (in Wirklichkeit stehen sie natürlich dahinter). Die böse Hexe schaut grimmig unter ihrem Spitzhut hervor. Die Regisseurin sagt: "Action!", die böse Hexe zaubert die liebe Hexe, die sich mit Ringelstrumpfhosen, glitzernden Hosenträgern und knallrotem Lippenstift sehr modern gibt, weg. Die Regisseurin sagt: "Cut!" Das Ganze wird ein paar Mal wiederholt. Dann ist die Szene im Kasten. Der Film kann geschnitten werden - fertig.

Lena war vorher noch nie im Schloss Rheydt. Jetzt ist die Neunjährige restlos begeistert: "Es ist so toll hier." Darüber freut sich Museumspädagoge Klaus Möhlenkamp sehr. "In diesem Ferienkurs bringen wir Märchen, Schloss und moderne Medien zusammen, das scheint gut zu funktionieren."

Wenn man den Kindern zusieht, gibt es daran keinen Zweifel. Paula ist richtig gut als liebe Hexe. "Ich stehe sehr gern auf der Bühne." Und schon wird sie von der bösen Hexe wieder weggezaubert. Marie ist mit sechs Jahren das Nesthäkchen in der Gruppe. Sie fühlt sich unter ihrem Gespenstertuch offensichtlich sehr wohl. Warum sie die Stifte an die anderen Kinder verteilt hat? "Das sollte ich machen, haben die mir gesagt. Da habe ich das getan."

Ida und Sophie haben noch nie einen Film gedreht, sind jetzt aber mit Feuereifer bei der Sache. Emily findet es toll, dass sie neue Freundschaften schließen kann. "Wenn ich in den Herbstferien nicht an diesem Kurs teilnehmen würde, säße ich wahrscheinlich den ganzen Tag vor dem Fernseher." Und dann sind sie plötzlich alle in den Tiefen der Kasematten verschwunden, "Jetzt spielen sie Verstecken", sagt Kai Welf Hoyme. Klaus Möhlenkamp murmelt etwas von "Sack Flöhe".

Irgendwann sind alle Flöhe wieder da. Jetzt geht es rüber in die museumspädagogischen Räume. Dort stehen zwei Laptops, die eigens mit der Schnittsoftware Moviemaker ausgestattet wurden. "Ich gehe davon aus, dass wir ähnliche Aktionen in Zukunft häufiger anbieten werden", sagt Klaus Möhlenkamp.

Quelle: RP
 
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