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Mönchengladbach
Ärger um Busse geht weiter

Mönchengladbach: Ärger um Busse geht weiter
Seit dem Fahrplanwechsel gibt es viele Beschwerden über unpassende Verbindungen und übervolle Busse. FOTO: Andreas Gruhn
Mönchengladbach. Der Fahrplanwechsel bei der NEW hat für viele Proteste gesorgt. Mittlerweile gibt es Unterschriftenlisten und eine Online-Petition. Eine gestrichene Fahrt der Linie 024 fährt plötzlich wieder. Seltsamerweise weiß das kaum jemand. Von Gabi Peters

Bis zu den Sommerferien ist Anja Meyers Sohn in Pongs immer um 7.19 Uhr in den Bus gestiegen, um zum Hugo-Junkers-Gymnasium zu fahren. Doch dann gab es den Fahrplanwechsel und plötzlich war diese Fahrt gestrichen. Bei der Linie 024, die Richtung Rheydt fährt, wurde der Takt ausgedünnt. Und ausgerechnet der Bus, den sehr viele Schüler nutzten, fiel weg. Seit dem kommen die Kinder und Jugendlichen entweder zu spät zum Unterricht, oder sie sind viel zu früh an der Schule. Das sorgte für viel Ärger.

"Seit Montag fährt dieser Bus überraschenderweise wieder", sagt Anja Meyer aus Pongs. Ihr Sohn besucht das Hugo-Junkers-Gymnasium. Sie selbst ist dort in der Schulpflegschaft. Und sie weiß, dass viele Eltern sich über den Fahrplanwechsel geärgert haben.

Umso mehr wundert es Anja Meyer, dass niemand darüber informiert wurde, dass der Bus wieder eingesetzt wurde. "Die Fahrt der Linie 024 ist weder an der Bushaltestelle vermerkt, noch steht sie im Internet", sagt sie. Zunächst hatte sie an einem einmaligen Test gedacht. "Aber wir Eltern in Pongs haben jetzt jeden Morgen darauf geachtet, ob der Bus wie vor den Sommerferien wieder täglich von der Haltestelle abfährt, und das tut er", berichtet sie. Nur sei der Bus immer ziemlich leer, weil einfach niemand davon wisse. "Wir haben jetzt alle Eltern der Schule angeschrieben, von denen wir eine E-Mail-Adresse haben", sagt Anja Meyer.

Die NEW erklärte gestern dagegen auf Anfrage: "Durch den Kontakt zur Schulleitung des Hugo-Junkers-Gymnasiums wurde deutlich, dass es einen Bedarf an einer zusätzlichen Verbindung auf der Linie 024 gibt. Die NEW hat daraufhin die Verbindung mit Start um 7.26 Uhr ab Pongs Richtung Rheydt Hauptbahnhof zeitnah geschaffen."

Laut NEW seien die aktualisierten Fahrpläne am vergangenen Freitag an den Haltestellen ausgetauscht worden. Schriftlich heißt es: "In den elektronischen Medien, wie der Elektronischen Fahrplanauskunft des VRR als auch auf der Internetseite unter www.new-mobil.de, ist der seit Montag gültige Fahrplan hinterlegt. Die Schulleitung des Hugo-Junkers-Gymnasiums hat der NEW zugesagt, die Schüler ihrerseits über die Verbindung zu informieren."

Martha Gathen aus Holt hatte mit ihrem Protest bisher keinen Erfolg. Wenn sie zu ihrem Arzt in die Oberstadt fahren will, muss sie gut anderthalb Stunden für die Fahrt zu der wenige Kilometer entfernten Praxis einkalkulieren. Früher stieg sie in die Linie 007. Doch die soll nun eine schnelle Verbindung zwischen Rheindahlen und der Gladbacher Innenstadt sein. Deshalb werden fünf Haltestellen in Holt nicht mehr angefahren. Martha Gathen, die auf einen Stock beim Gehen angewiesen ist, hat jetzt zwei Möglichkeiten. Entweder nimmt sie in die Linie 015 oder 025, um dann an der Holter Kirchen in die 007 umzusteigen, oder sie muss an der Burggrafenstraße umsteigen. Beides hat sie ausprobiert. Beide Male stand sie 20 Minuten und länger, um den Anschlussbus zu bekommen - "und das ganz ohne Sitzmöglichkeit und ohne Schutz vor Wind und Wetter", sagt sie. Weil sie weiß, dass auch in Holt der Ärger groß ist, sammelte sie in wenigen Tagen mehr als 230 Unterschriften. Martha Gathen und auch ein Bekannter von ihr haben sich bereits mehrfach schriftlich bei der NEW beschwert. Doch jedes Mal kam eine Antwort des Bedauerns: Man wisse, dass die Umstellung des Fahrplans für die Holter "nicht so optimal" sei. Aber die schnelle Verbindung zwischen Rheindahlen und der Gladbacher City sei vom Rat der Stadt beschlossen worden.

Im Internet gibt es jetzt sogar eine Online-Petition. Die Forderung: "Mitspracherecht bei der Planung von neuen Buslinien. Wir wollen bedarfsgerechte Busverbindungen."

Quelle: RP
 
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