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Mönchengladbach
Ärger um Sonntagsöffnung geht weiter

Mönchengladbach: Ärger um Sonntagsöffnung geht weiter
Sie haben ihre Geschäfte an der Bismarckstraße und dürfen am Sonntag nicht öffnen (v.l.): Dorothea Fegers, Manuela und Kim Sührer. Sie sind empört. FOTO: Weber
Mönchengladbach. Seit vielen Jahren hat Manuela Sührer ein Geschäft in Düsseldorf. Und seit mehr als zehn Jahren betreibt sie mit ihrem Mann Kim ein Lokal an der Bismarckstraße, wo sie Artikel für junge Menschen vertreibt. Von Dieter Weber

Die Nachricht, die sie vom Gladbacher Citymanagement erhielt, hat sie zunächst überrascht, dann empört: Sie darf am Sonntag, wenn der erste verkaufsoffene Sonntag 2017 in der Gladbacher City startet, nicht mitmachen. "Wir sind so lange schon in Düsseldorf mit unserem Geschäft ansässig. So etwas haben wir da nie erlebt", schimpft Manuela Sührer. Der Ausschluss betrifft nicht nur sie. Auch ihre Geschäfts-Nachbarin Dorothea Fegers darf ihren Schuhladen am Sonntag nicht aufmachen. "Ich habe nicht einmal eine Information bekommen, dass das und warum das so ist. Das ist für mich völlig unverständlich."

Das Gladbacher Citymanagement hatte zwar vier verkaufsoffene Sonntage beantragt, bekam aber nur den einen am 30. April genehmigt. Bei den anderen drei, die im Oktober, November und Dezember stattfinden sollen, sieht die Stadtverwaltung die rechtlichen Voraussetzungen als nicht gegeben an. Denn ausschlaggebend für jeden genehmigungsfähigen verkaufsoffenen Sonntag ist, dass der Anlass - am Sonntag ist das ein Frühlingsfest mit einem französischen Markt auf dem Sonnenhausplatz - mehr Besucher anlocken muss, als der verkaufsoffene Sonntag. Weil die Stadt skeptisch war, ob eine großflächige Öffnung aller Geschäfte in der Gladbacher City durch den Anlass gerechtfertigt ist, machte sie wegen mehrerer Gerichtsurteile Auflagen.

Die Konsequenz: "Wir mussten die Konzeption des Festes und das Ausdehnungsgebiet überarbeiten. Und mit Verweis auf die Rechtsprechung wurde ein Kompromiss erarbeitet, der nur einen sehr kleinen Radius für die Möglichkeit der Geschäftsöffnung vorsieht. Nur so war die Möglichkeit für eine Geschäftsöffnung in der Innenstadt gegeben", sagt Eduard Felzen, Vize-Vorsitzender des Citymanagements.

Die Öffnung ist daher am kommenden Sonntag nur möglich für die Anlieger der Hindenburgstraße vom Alten Markt bis zur Kreuzung Bismarckstraße mit den Hausnummern 29, 30 und 34. Für die Seitenstraßen der Hindenburgstraße, etwa Wallstraße und Friedrichstraße, für den restlichen Bereich der Bismarckstraße und für die untere Hindenburgstraße und die City Ost liegen keine Genehmigungen vor. Felzen: "Wir vom Citymanagement bedauern diese Entwicklung. Aber ohne diesen Kompromiss hätten wir keine Genehmigung bekommen. Zusätzlich wurden Auflagen gemacht. Wir werden die Anträge für die verbleibenden Sonntage im Oktober, November und Dezember nun neu erarbeiten."

Fest steht für das Citymanagement aber: Der von den Politikern diskutierte verkaufsoffene Sonntag am 2. Juli anlässlich der Tour de France wird in der derzeitigen Form nicht unterstützt. "Wir werden diesen einmaligen Termin unterstützen. Aber nur dann, wenn eine Erreichbarkeit der City gewährleistet ist und dieser verkaufsoffene Sonntag ein zusätzlicher ist. Ein Verzicht auf einen der Termine im Herbst kommt für uns nicht infrage, und die Erreichbarkeit der City ist ebenfalls noch ungeklärt", sagt Felzen.

Quelle: RP
 
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