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Mönchengladbach
Aktionstag für eine hindernisfreie Stadt

Mönchengladbach. Eigentlich sind sich ja alle einig: Barrierefreiheit ermöglicht Teilhabe, wird bei Bauvorhaben berücksichtigt und in Reden gern beschworen. Zumindest theoretisch. Praktisch sieht es oft anders aus. Da gibt es zwar am Kapuzinerplatz eine behindertengerechte Toilette, die sich per Schlüssel öffnen lässt, aber: "Die Tür ist so schwergängig, dass sie ein Rollstuhlfahrer nicht allein öffnen kann", sagt Christopher Micha vom Paritätischen. "Dafür benötigt man einen Assistenten." Von Angela Rietdorf

Und auch sonst gibt es noch einiges zu tun, was Barrierefreiheit angeht. Es gebe kaum Lokale mit behindertengerechten Toiletten, Arztpraxen oder Friseure seien für mobilitätseingeschränkte Menschen nur schwer oder gar nicht zugänglich, zählt Micha auf. Die Diskussion um die Zugänglichkeit von öffentlichen Ausschusssitzungen, die dann darin gipfelte, dass ein Rollstuhlfahrer in den Ratssaal getragen wurde, kommt ihm vor wie ein Rückfall in alte Zeiten. "Schließlich sollen sich doch die Menschen mit Behinderung beteiligen und auch in politische Prozesse als Experten in eigener Sache einbringen", sagt er.

Ein Aktionstag, bei dem sich alles um Barrierefreiheit dreht, ist daher auch in der 19. Auflage alles andere als überflüssig. Am Freitag, 29. April, findet der von der Aktion Mensch ins Leben gerufene Tag "Zeit für Begegnung" auf dem Harmonieplatz statt. Zwischen 13 und 17 Uhr sind Infostände aufgebaut, es gibt Musik und Diskussionen, vor allem aber viele Angebote zum Mitmachen. 33 Initiativen, Organisationen und Verbände sind dabei. Bei einer Umfrage- und Postkartenaktion können die Besucher die Barrierefreiheit in der Stadt bewerten, Gutes loben und auf Probleme hinweisen. Wobei Barrierefreiheit sich nicht nur auf Zugänge für Mobilitätseingeschränkte bezieht. Auch so etwas wie Leitsysteme für Blinde oder Internetseiten in leichter Sprache gehören dazu.

Das Programm ist bunt. Die Hephata-Künstlergruppe Strichstärke führt auf Leinwänden eine Kunstaktion durch, beim Reha-Verein können Besucher durch einen Stresstest erleben, wie sich Menschen mit einer psychischen Erkrankung fühlen. Auf der Bühne gibt es Talkrunden und eine Schwarzlicht-Theateraufführung, die Hip-Hop-AG der Förderschule Dahlener Straße stellt sich vor, die Otto-Singers der Hephata-Werkstätten, die Mummi-Mandolinis sowie Rhythm 'n' Surprise, eine Gruppe der Musikschule, sorgen für Stimmung. Im Mittelpunkt steht das fröhliche Miteinander, zu dem alle eingeladen sind, ob mit oder ohne Behinderung.

Quelle: RP
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