| 00.00 Uhr

Mönchengladbach
Alle Könige bestellten Kaiserwetter zur Frühkirmes

Mönchengladbach. Zwei Stadtteile und vier Bruderschaften: In Neuwerk und Bettrath marschieren die Schützen gemeinsam durch die Straßen. Von Marion Lisken-Pruss

Gleich vier Bruderschaften aus Bettrath und Neuwerk feiern zusammen Frühkirmes: Die St.-Maria-Junggesellen-Bruderschaft und die St.-Barbara-Bruderschaft aus Neuwerk sowie die St.-Johannes-Junggesellen-Bruderschaft und die St.-Maria-Männer-Bruderschaft aus Bettrath. Gemeinsam haben sie auch das Kaiserwetter bestellt: "Wir Schützenkönige haben bei Petrus ein gutes Wort eingelegt", sagt Ulrich Thees, Schützenkönig der St.-Barbara-Bruderschaft. Und es hat geklappt: Strahlender Sonnenschein bringt die Königshäuser und die Bruderschaften so richtig in Schützenfest-Stimmung. Auch für den heutigen Montag ist noch gutes Wetter angesagt, wenn die vier Bruderschaften um 18.30 Uhr in Bettrath zur "Großen Parade" antreten. Eine Tradition haben beide Stadtteile auch noch gemeinsam: die Altarparade. "Die Altarparade ist einmalig in Bettrath und Neuwerk. Der Kölner Erzbischof hatte uns Anfang des 19. Jahrhunderts dieses Privileg verliehen", erläutert Ulrich Thees. Ansonsten aber feiert jeder Stadtteil für sich - in den eigenen Festzelten.

In Neuwerk stehen König Ulrich Thees und die Brudermeister Peter Topmüller und Ralf Ramakers der St.-Barbara-Bruderschaft sowie König Jens Lehnen mit den Brudermeistern Sven Schmitz und Tobias Lehnen und Königsadjutant Jens Claßen der St.-Maria-Junggesellen-Bruderschaft im Mittelpunkt der Kirmesfeierlichkeiten. Schon am Donnerstag begann das Festprogramm mit einer Messe in der Pfarrkirche Uedding. Nach dem Maisetzen am Freitag standen am Samstag die Kranzniederlegung am Ehrenmal und der Große Zapfenstreich mit Serenade auf dem Programm. "Ein Highlight war auch das Höhenfeuerwerk", schwärmt Ulrich Thees. Damit wurden die Jubiläumszüge "Blaue Husaren" (30 Jahre), der 1. Schützenzug Neuwerk-Kloster und der Jägerzug "Nonnenmühle" (beide 40 Jahre) geehrt. Wer feiern möchte, muss auch früh aufstehen können - jedenfalls in Neuwerk. Denn obwohl am Samstagabend die "One-Night-Band" das Zelt gerockt hatte, hieß es am Sonntag schon ab sechs Uhr: Frühstück bei den Zugführern in den Honschaften. Fast 250 Schützen, sechs Kapellen, sieben Pferde und die Kanone zogen später bei der Königsparade durch die Straßen. Das Schützenfest ist auch für Neuwerker, die in der Ferne wohnen, immer wieder ein Anlass nach Hause zurückzukehren: Aus Bayern und sogar aus Amerika reisten die Gäste an.

In Bettrath startete die Frühkirmes am Samstag mit dem Großen Zapfenstreich und der abendlichen Kirmeseröffnung im Festzelt. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bruderschaften regieren dort Vater und Sohn. Vater Ralf Thönnessen gehört dem Zug "de Loosers" an und wird unterstützt durch die Brudermeister Achim Tokloth und Thomas Rüttgers. Sohn Jens Thönnessen von den "Better Jonges" stehen die Brudermeister Roman Smolarek und Dennis Schmitz zur Seite. Am Sonntag hatten Vater und Sohn zum gemeinsamen Frühstück eingeladen. Für rund 900 Gäste hatten sie 1500 Brötchen bestellt; und den Kaffee brühten sechs Industriemaschinen auf, bevor er auf 50 bis 60 Pumpkannen verteilt wurde. Nach dem Festgottesdienst stand die Altarparade auf dem Programm: Zunächst zog der Kirmesvorstand der St.-Johannes-Junggesellen-Bruderschaft vor den Altar, um dort dem Herren seine Ehrerbietung zu erweisen; anschließend folgte der Kirmesvorstand der St.-Maria-Männer-Bruderschaft. Auch in Neuwerk steht nach jedem Gottesdienst die Altarparade als einer der traditionellen Höhepunkte an. In Bettrath war sie die Einstimmung auf die Parade mit rund 550 Schützen, mehreren Musikkapellen und elf Pferden. Sonntag trafen dann erstmals alle vier Bruderschaften zusammen: beim "Prunk", dem großen Prunkumzug durch Neuwerk.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Mönchengladbach: Alle Könige bestellten Kaiserwetter zur Frühkirmes


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.