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Serie Meine Ausbildung (18)
Alleinerziehende findet ihren Traumjob

Serie Meine Ausbildung (18): Alleinerziehende findet ihren Traumjob
Ramona an ihrem Arbeitsplatz. Zu ihren Aufgaben gehört es, Aufträge anzunehmen und ins Betriebssystem einzugeben. RP-Foto: Isabella Raupold FOTO: Rippegather
Mönchengladbach. Ramona Rippegather macht im ITZ Rhein/Maas eine Teilzeitausbildung zur Kauffrau für Büromanagement. Diese Form der Ausbildung ist noch recht neu. Das Unternehmen setzt mit diesem Angebot einen Teil der Philosophie vom Arbeiten 4.0 um. Von Christian Lingen

Als alleinerziehende Mutter am Arbeitsmarkt zu bestehen, ist nicht einfach und artet schnell in Stress aus. Ist der Arbeitgeber nicht bereit, der Mutter spontan einmal frei zu geben, wenn das Kind krank ist oder können die Großeltern nicht aushelfen, ist der Arbeitsplatz oft in Gefahr. Nicht so bei Ramona Rippegather. Die 25-Jährige macht im ITZ Rhein/Maas eine Teilzeitausbildung zur Kauffrau für Büromanagement. Diese neue Art der Ausbildung ist ein noch recht neues Angebot und wird bislang kaum genutzt. An der Konzeption beteiligt sind die Arbeitsagentur und die Industrie- und Handelskammer.

Der Betrieb Das ITZ Rhein/Maas wurde vor 22 Jahren in Giesenkirchen gegründet und beschäftigt derzeit 26 Angestellte. "Wir sind ein klassischer IT-Betrieb. Unser Aufgabengebiet umfasst aber längst nicht mehr nur den Computer, sondern ist mit den Jahren immer größer geworden", sagt Geschäftsführerin Heike Grünert. Das Unternehmen kümmert sich um alles, was mit Kommunikation zu tun hat. Wer denkt, IT sei nur etwas für junge Leute, der irrt. "Bei uns arbeiten Menschen jedes Alters", sagt Grünert.

Die Bewerbung Wer sich für eine Ausbildung in der IT-Branche entscheidet, sollte bereit sein, immer wieder Neues zu lernen und Spaß an technischen Zusammenhängen haben. "Wichtig sind gute Kenntnisse in Mathematik und der Ausdrucksweise", sagt Heike Grünert. Soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit und Kommunikationsbereitschaft sind eine Grundvoraussetzung. Ramona Rippegather hat vor ihrer Ausbildung bereits den Beruf der kaufmännischen Assistentin gelernt. Grundkenntnisse brachte sie also mit. Weil die Berufsschule für den Beruf der IT-Systemkauffrau in Krefeld ist und die 25-Jährige keinen Führerschein besitzt, einigte sie sich mit dem Unternehmen auf den Beruf der Kauffrau für Büromanagement. Dafür muss sie nur zum Berufskolleg an der Volksgartenstraße.

Die Ausbildung Die normale Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement dauert drei Jahre. Als die Ausbildung nach einem Jahr zu stressig wurde, erkundigte sich das ITZ Rhein/Maas nach einer Alternative und fand über die Arbeitsagentur die Teilzeitausbildung. Mit Zustimmung der Industrie- und Handelskammer setzt das Unternehmen das Projekt um. So kann die alleinerziehende Mutter um 16 Uhr zuhause sein und sich um ihren Sohn kümmern. Die Arbeitszeiten wurden flexibel angepasst. "Die erforderliche Stundenzahl im Betrieb bekommen wir trotzdem zusammen", erzählt Heike Grünert. Die einzelnen Bereiche der Ausbildung werden miteinander kombiniert. "In einem Unternehmen müssen auch im Alltag viele Dinge miteinander verbunden werden. Das lerne ich jetzt schon in der Ausbildung", sagt Rippegather. Das Angebot der Teilzeitausbildung passt zur Philosophie vom Arbeiten 4.0, die im ITZ umgesetzt wird. So profitiert der Betrieb von einer motivierten Auszubildenden und Ramona Rippegather von mehr Zeit für die Familie. "Mein Arbeitsgerät ist der Computer. Ich arbeite viel mit Excel. Am Anfang der Ausbildung habe ich gelernt, Aufträge anzulegen und Störungen zu bearbeiten. Mit der Zeit werden die Aufgaben komplexer", erzählt Ramona Rippegather.

Die Berufsschule Der Unterricht findet im Berufskolleg an der Volksgartenstraße statt. "Dort lernt man zum Beispiel, wie man Briefe richtig schreibt", erzählt die Auszubildende. Auch der Umgang mit Excel, wirtschaftliche Hintergründe, Lagerhaltungskosten, Marketingmaßnahmen und Rechnungswesen stehen auf dem Stundenplan.

Die Zukunft "Ich hoffe, dass ich nach meiner Ausbildung übernommen werde. Weil ich im Moment im zweiten Ausbildungsjahr bin, dauert es aber noch", sagt Ramona Rippegather. Ihr ist es wichtig, als Angestellte nicht nur eine Personalnummer zu sein, sondern als Mensch verstanden zu werden.

Quelle: RP
 
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