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Sommermusik
Alphaville sind "Forever young"

Sommermusik: Alphaville sind "Forever young"
Die aktuelle Besetzung von Alphaville besteht neben Mastermind Marian Gold (vorne) aus dem Keyboarder Carsten Brocker, dem Gitarristen Dave Goodes, dem Drummer Jakob Kiersch und der Bassistin Alexandra Merl. FOTO: Knappe
Mönchengladbach. In den 80ern wurden Alphaville berühmt - mit Hits wie "Big in Japan" und "Forever young". Und auch wenn Frontmann Marian Gold nicht mehr ganz der Jungspund von damals ist - die Musiker spielen ihre Songs nicht nur, sie sind ihre Songs. Von Sigrid Blomen-Radermacher

Dass die tatsächlich ewig jung klingen, davon konnten sich die Besucher der Sommermusik Schloss Rheydt überzeugen.

Am Samstag brachten gleich zwei Bands das Publikum an einem ungewöhnlich kühlen Sommerabend zum Kochen: erst Lokalmatadoren, dann Helden der 80er Jahre, die bis heute relevant geblieben sind.

Alphaville am Schloss Rheydt. FOTO: Christiane Keller

Kühl war die Nacht und wurde immer kühler. Da brauchte es einfach eine besondere Art von "Heizung". Den Gästen der Sommermusik Schloss Rheydt wurde sie am Samstagabend über zwei Stunden lang prompt geliefert: Alphaville brachten das Publikum zum Kochen.

Seit 36 Jahren steht der Kopf der Band, Sänger Marian Gold (sein Vater besaß eine Heizungsfabrik!), auf den Bühnen der Welt. Angefangen hatte es 1981 zusammen mit Bernhard Lloyd mit einem Liveauftritt in Münster. Da hießen sie noch Nelson Community. 1983, Frank Mertens war hinzugestoßen, entschieden sie sich für den Namen Alphaville.

Die Mönchengladbacher Gruppe Plexiphones und Wolfgang Kemmerling begeisterte ihre Fans mit Stücken aus ihrem neuen Album „Electric“ wie „Take me break me“ oder „To be wanted“. FOTO: Knappe Jörg

Die Mitglieder von Marian Golds Band wechselten. Die aktuelle Besetzung besteht aus dem Keyboarder Carsten Brocker, dem Gitarristen Dave Goodes, dem Drummer Jakob Kiersch und der Bassistin Alexandra Merl. Die vier singen und spielen ihre Songs nicht nur, sie sind ihre Songs. Sie performen sie von der ersten bis zur letzten Note. Ihrer Begeisterung für ihre Musik kann sich keiner entziehen und springt förmlich von der Bühne.

Es macht schon allein riesigen Spaß, den Musikern zuzusehen: Marian Gold, der den gesamten Bühnenraum (und gefühlt auch den darüber hinaus) für sich einnimmt, der ständig in Bewegung ist und dessen Mimik fortwährend ändert. Carsten Brocker, ja, man kann es nicht anders beschreiben: Er flippt förmlich aus. Macht Faxen, indem er sein Keyboard vor sich in die Höhe zieht oder mit dem Rücken zum Tisch spielt, oder wenn er mit allem, was sein Körper hergibt, zappelt. Sie scheinen laufend im Kontakt zu Jakob Kiersch und Alexandra Merl, Blicke und Gesten springen hin und her. Alphaville können auf eine Menge alter und neuer Stücke zurückgreifen.

Und das tun sie auch - spielen von den Anfängen 1984, aus dem "Forever young"-Album, bis heute aus dem neuen Album "Strange Attractor" und präsentieren daraus "Nevermore", "Heart Break City" und viele andere. Die stilistische Palette der Band ist weit gefächert: Sie reicht von der Atmosphäre einer Ballade bis zum Rock. Einer der Höhepunkte des Abends ist "Forever young" - viel brauchen Alphaville hier nicht zu geben: Das Publikum übernimmt die Rolle des Sängers. Und die Rheydter Pfauen sind mittendrin und ruckeln professionell mit ihren Köpfen!

Apropos Heizung: Als Alphaville ihren Auftritt begannen, da hatten die Plexiphones schon gute Vorarbeit geleistet. Die Mönchengladbacher Gruppe begeisterte ihre Fans mit Stücken aus ihrem neuen Album "Electric" wie "Take me break me" oder "To be wanted". Eine bewegende Geste von Wolfgang Kemmerling: Er bat um eine Schweigeminute für die Opfer des Anschlages in Barcelona.

Quelle: RP
 
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