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Interview Peter Millowitsch
Als Alfred P. Doolittle auf der Musical-Bühne in Gladbach

Interview Peter Millowitsch: Als Alfred P. Doolittle auf der Musical-Bühne in Gladbach
Peter Millowitsch als Alfred P. Doolittle (mit der Darstellerin der Eliza) in einer Szene der Musical-Inszenierung "My Fair Lady". FOTO: KN
Mönchengladbach. Der Chef des Millowitsch-Theaters erzählt von seinem neuen Projekt: Am 9. Mai spielt er in Gladbach mit in dem Musical "My Fair Lady". Von Dirk Richerdt

Guten Morgen, Herr Millowitsch! Sie spielen Komödien, Volks- und kölsches Mundarttheater und leiten das Millowitsch-Theater in der Domstadt. Doch als Musical-Darsteller kennen wir Sie noch nicht.

Peter millowitsch Das können Sie auch nicht, denn dieses Genre ist für mich Neuland, da gebe ich erst mein Debüt. Ich freue mich auf die neue Herausforderung.

Sie werden in dem Musical "My Fair Lady" als Alfred P. Doolittle, der heruntergekommene Vater von Eliza Doolittle, auf Tourbühnen der Kammeroper Köln stehen. Treten Sie damit in die Fußstapfen Ihres verstorbenen Vaters Willy Millowitsch? Der hat den Doolittle doch einmal in einer Fernsehaufzeichnung gespielt.

Millowitsch Das ist mindestens 45 Jahre her. Mein Vater hatte bei einer Fernsehaufzeichnung zu seinem 70. Geburtstag die Rolle des Doolittle als einen seiner Favoriten präsentiert, aber auf einer Bühne hat er den Doolittle nie gespielt. Ich lege die Rolle anders an, als mein Vater das seinerzeit getan hätte.

Was gibt Ihnen die Rolle persönlich?

Millowitsch Sie ist sehr angenehm. Einerseits ist die Partie nicht allzu groß, andererseits enthält sie einige richtig starke Knaller. Nur ein Beispiel: mein Sololied "Hei, heute Morgen mach' ich Hochzeit!". Das ist einfach toll. Und wenn bei der Aufführung die Leute dabei mitklatschen, würde ich mich tierisch darüber freuen.

Welches Stimmfach haben Sie eigentlich?

Millowitsch Ich bin hoher Bariton. Singen gehört für mich zum Schauspielgeschäft seit jeher dazu. Ich hatte auch schon auf der Schauspielschule gern gesungen. Damals allerdings mussten wir dort vorwiegend Brecht-Songs anstimmen.

Derzeit sind Sie zu Hause, in Ihrem Volkstheater Millowitsch. Was steht denn dort zurzeit auf dem Spielplan?

Millowitsch Im Moment läuft bei uns "Annemie, ich kann nit mih!".

Mitte April startet Ihre Tour mit dem Welterfolg "My Fair Lady" von Frederick Loewe. Wo beginnt die Tour?

Millowitsch Unser erstes Gastspiel werden wir in der Wiener Neustadt haben. Wir spielen also nicht nur in Deutschland, es wird eine Europa-Tournee.

Und am 9. Mai können die hiesigen Musical-Freunde Sie als leicht derangierten Müllkutscher Doolittle auf der Bühne der Kaiser-Friedrich-Halle erleben. Sind Sie hier schon einmal aufgetreten?

Millowitsch Ich kenne die Kaiser-Friedrich-Halle ziemlich gut, ich bin hier schon oft aufgetreten.

Sie schreiben selbst Theaterstücke, das hat Ihr Herr Papa seinerzeit so gut wie nie gemacht. Was reizt Sie an dieser kreativen Herausforderung?

Millowitsch Das ist keine Herausforderung, es ist ein Zwang.

Wie das?

Millowitsch Ja, für meine Art Volkstheater gibt es einfach viel zu wenig geeignete Stücke. Die muss ich mir also selbst schreiben, übrigens immer in der bewährten Kooperation mit Barbara Schöller.

Wie sehen Sie die Zukunft des Volkstheaters?

Millowitsch Die sehe ich inzwischen einigermaßen ernüchternd. Es ist ja so, dass alles irgendwann einmal zu Ende geht, ob das nun eine britische Adelsdynastie nach 1000 Jahren oder eben unser Millowitsch-Theater nach 170 Jahren betrifft.

Quelle: RP
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