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Mönchengladbach
Altenpflege - Ausbildung, die sich lohnt

Mönchengladbach: Altenpflege - Ausbildung, die sich lohnt
v. l. und mit Trainingsdummy: Juliette Massomba, Chantal London, Carina Bovelet, Simone Lutter (Ausbildungskoordinatorin) und Matthias Lee. FOTO: Rietdorf
Mönchengladbach. Die Sozialholding der Stadt Mönchengladbach ist vom Magazin Focus mit dem Siegel "Deutschlands beste Ausbildungsbetriebe 2017" ausgezeichnet worden. Kein Zufall: Die Azubis fühlen sich dort sehr gut aufgehoben. Von Angela Rietdorf

Anders als in Skandinavien gehört Altenpfleger in Deutschland nicht zu den zehn beliebtesten Ausbildungsberufen. Unverständlich, findet Helmut Wallrafen, Geschäftsführer der Sozialholding und damit verantwortlich für sieben städtische Altenheime. "Der Beruf ist auch finanziell inzwischen hochinteressant", stellt er fest und verweist auf eine Ausbildungsvergütung von 1100 Euro im ersten Jahr und ein Einstiegsgehalt von mehr als 2700 Euro nach der Ausbildung. Aber zu einem attraktiven Beruf gehört natürlich noch mehr als die Bezahlung. Das Gesamtpaket muss stimmen. Und da kann die Sozialholding jetzt einmal mehr belegen, dass sie viel tut: Für die Ausbildung gab es nun eine Auszeichnung von Focus und "Focus Money" - das Siegel "Deutschlands beste Ausbildungsbetriebe 2017".

Grundlage für die Auszeichnung ist eine Studie unter 5000 Ausbildungsbetrieben aus 22 Branchen, die von Focus und Focus Money in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Personaldiagnostiker Prof. Werner Sarges durchgeführt wurde. Sie bestätigt, dass über Nachwuchsgewinnung und -förderung bei der Sozialholding nicht nur geredet wird - es wird auch gehandelt. Die Auszubildenden wissen es zu schätzen. "Hier habe ich immer eine Ansprechpartnerin, wenn es irgendwo Probleme gibt", beschreibt Juliette Massomba, was ihr besonders gefällt. "Und es gibt viel Austausch untereinander." Darauf lege man Wert, bestätigt Simone Lutter, Ausbildungskoordinatorin und Pflegepädagogin. "Es gibt schwierige Situationen in diesem Beruf, in denen man mit Sterben, Tod und Trauer umgehen muss", sagt sie. "Da ist Austausch wichtig und nötig." Deshalb hat die Sozialholding die Praxis-Transfer-Tage eingerichtet, in denen sich die Auszubildenden intensiver mit bestimmten Themen auseinandersetzen können. "In diesem Jahr beschäftigen wir uns mit dem Oberthema Sexualität", sagt Wallrafen. "Es geht um Nähe und Distanz, um gleichgeschlechtliche Sexualität und viele mehr. Sexualität endet ja nicht, nur weil jemand in ein Heim kommt." Auch um die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls geht es bei den Transfertagen. Da steht dann auch mal ein Ausflug in die Kletterkirche mit auf dem Programm der Auszubildenden.

In der Altenpflege gibt es schwierige Situationen, in denen man mit Sterben, Tod und Trauer umgehen muss - aber auch viele schöne. FOTO: Kreis Mettmann

Aber auch sonst fühlen sich die Azubis gut aufgehoben bei der Sozialholding. "Wir können uns zum Beispiel gut auf Prüfungen vorbereiten", sagt Michelle Rosen. "Es gibt einen Demo-Raum, in dem wir üben können, wie man einen Patienten richtig lagert." Michelle Rosen hat, wie etliche andere unter der Auszubildenden, erst ein Freiwilliges Soziales Jahr gemacht, bevor sie sich für den Beruf der Altenpflegerin entschied. Das ist in gewissem Maße typisch. "Das habe ich auch so gemacht", sagt Ausbildungskoordinatorin Simone Lutter. "Man weiß vorher nicht, was wirklich hinter diesem Beruf steckt. Und dann merkt man, dass so viel Gutes, Positives und Schönes damit verbunden ist." Vielseitig und anspruchsvoll sei er auch noch.

Deshalb schafft es die Sozialholding wohl auch, ihre 60 Ausbildungsplätze immer zu besetzen. "Wir werben auf allen Kanälen und wollen in diesem Jahr auch in die Schulen gehen", erklärt der für den Personalbereich Verantwortliche. Wer bei der Sozialholding seine Ausbildung macht, hat gute Chancen für einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben: Fast alle Auszubildenden bestehen ihre Prüfungen und werden übernommen - wenn sie das wollen.

Quelle: RP
 
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