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Mönchengladbach
Alternative Saisoneröffnung bei De Kull

Mönchengladbach. In den Räumen an der Hehner Straße erfuhren Fans, wie viel Aufwand eine Choreographie benötigt. Von Erik Acker

Während am Sonntag im gut gefüllten Borussia-Park der Telekom Cup vom FC Bayern, dem FC Augsburg, dem Hamburger SV und Borussia zur Vorbereitung auf die neue Saison genutzt wurde, feierte die aktive Fanszene von Borussia ihre ganz eigene Saisoneröffnung. Weil das Turnier im Stadion im Vorfeld mit dem Slogan "Ein Blick hinter die Kulissen" beworben wurde, machten sich die Fangruppierung Sottocultura und der Sottocultura-Förderkreis Gedanken, "wie man Fans wirklich einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen kann", erklärte Seb, ein Mitglied von Sottocultura.

Die Besucher konnten sich ab 14 Uhr die Ausstellung "Ein Blick hinter die Kulissen", die in den Räumen von De Kull an der Hehner Straße aufgebaut war, ansehen. "Um dem Motto gerecht zu werden, haben wir bei unserer letzten Choreo jeden Schritt, von der Planung, über die Anmeldung und die Vorbereitungsphase, bis hin zur Präsentation am letzten Spieltag alles genau dokumentiert und sogar gefilmt", erzählt Seb. So ist eine tolle Ausstellung mit Fotos, veranschaulichten Zahlen und einem etwa fünf Minuten langen Film entstanden. Die Fans konnten so erfahren, dass für ein Bild, das für nur fünf Minuten in der Nordkurve entsteht, neben vielen helfenden Händen, ein Arbeitsaufwand von ungefähr 1300 Stunden und Kosten von über 4600 Euro notwendig sind. Das Geld für solche Projekte stammt zu einem großen Teil aus Spenden und den Einnahmen des Sottocultura-Shops.

Zum ersten Mal fand eine solche Veranstaltung parallel zum Telekom Cup statt. "Wir wollten damit ein Signal gegen eine Kommerzveranstaltung wie den Telekom-Cup, bei dem das Stadion überwiegend in Magenta gehalten ist, senden und uns auch gegen eine Übertreibung des Sponsoring aussprechen", sagte Seb weiter. Neben der Ausstellung war auch für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt, und Interessierte konnten sich an den Infoständen von Nordkurve aktiv und der Fanhilfe Mönchengladbach über die Arbeit von Fans für Fans informieren.

So steht für Thomas Ludwig, dem Vorsitzenden vom FPMG Supporters Club, eine weitere Frage im Raum, die aktuell mit dem Verein diskutiert wird: "Wie man zukünftig Erfolg mit dem vereinbaren kann, wofür Borussia steht. Also Emotionen und Charakterstärke auch in weniger erfolgreichen Zeiten". Weil auch der Supporters Club den Telekom-Cup nicht als Borussia-Veranstaltung betrachtete, blieb auch das Fan Haus geschlossen. "Bis zum Saisonstart werden wir in Gesprächen mit dem Verein gemeinsam die Weiterentwicklung durch die CL-Teilnahme bewerten und hierbei einbringen, was uns Fans dabei wichtig ist", sagte Thomas Ludwig.

Die Überreste der Choreographie räumt zum größten Teil übrigens die GEM auf. "Die Fahnen und großen Sachen nehmen wir oder andere Fans mit, die GEM hat aber die meiste Arbeit", sagt Seb.

Quelle: RP
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