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Mönchengladbach
Altstadtgassen, Kunstplatz und Top-Café

Mönchengladbach. Mönchengladbachs Architektenschaft präsentiert Ideen für die obere Hindenburgstraße. Von Angela Rietdorf

Normalerweise sind sie Konkurrenten, aber wenn es um die Zukunft der Stadt geht, finden sich die Mönchengladbacher Architekten zusammen, um gemeinsam zu diskutieren, Ideen zu entwickeln und Denkanstöße zu geben. Das hatten sie schon in einem Workshop zur Gestaltung des Berliner Platzes und seines Umfelds getan. Und das tun sie jetzt wieder. Es geht um die Oberstadt, das obere Ende der Hindenburgstraße, um den Alten Markt, das Museum und die umliegenden Gebäude. Das Erstaunliche: Trotz vieler unterschiedlicher Ideen sind sich die Architekten in wesentlichen Dingen einig.

Zum Beispiel wenn es um die Ausmaße der oberen Hindenburgstraße geht. Zu breit sei die Straße, meinen alle drei Architekten-Teams. Die Lösungsvorschläge sind unterschiedlich. Es wird an Kolonaden gedacht, die vor die Gebäude gesetzt werden, oder die Häuserfront wird um eine ganze Häuserbreite nach vorn gerückt. Ein Anbau am jetzt von Sinn-Leffers genutzten Gebäude soll einen Blickfang bieten und Platz haben für ein Top-Café mit Blick über die ganze Stadt. Bei der Gestaltung der anderen Straßenseite setzen die Architekten auf eine kleinteiligere Bebauung mit begrünten Innenhöfen, schmalen Gassen und Durchgängen Richtung Museum.

Auch beim Platz zwischen Museum, Huma und Haus Erholung herrscht viel Einigkeit. Die Einfahrt zur Tiefgarage in der Mitte muss verlegt werden, damit dort ein Platz entstehen kann. Vielleicht ein Kunstplatz, auf dem sich der Skulpturengarten fortsetzt. An der Stelle des P&C-Gebäudes sehen einige Architekten ein Gebäude mit einem großen Innenhof, Wohnungen und kleinen Gewerbeflächen.

Grundsätzlich wandelt sich die obere Hindenburgstraße von der Einkaufsstraße hin zum innerstädtischen Wohnquartier. Dort, wo ursprünglich eines der alten Stadttore war, könnte die Stadtmauer in den Straßenraum hinein verlängert werden, um den Beginn der Oberstadt zu markieren. Die fußläufigen Verbindungen zum Museum werden gestärkt, die Treppen und Brücken rund um den Abteiberg einbezogen. Der Kirchplatz, der ursprünglich durch ein Gebäude vom Alten Markt getrennt war, könnte durch eine entsprechende Bepflanzung optisch begrenzt werden. Die aktuelle Sperrung der Abteistraße wird von allen als positiv angesehen.

All diese Vorschläge verstehen die Beteiligten als Denk- und Planungsanstöße, die allerdings durchaus Chancen haben, in absehbarer Zeit zumindest teilweise umgesetzt zu werden.

"Das wird sicher nicht von heute auf morgen geschehen", sagt Stadtplaner Jürgen Beckmann. "Aber Stadtreparatur ist hier dringend nötig, und die Stadt besitzt auch Grundstücke in diesem Bereich." Als Zeitraum für Veränderungen nennt er recht übersichtliche fünf Jahre. Immerhin schließen die Vorschläge an den Rahmenplan Abteiberg an. Die Aussichten auf öffentliche Fördermittel wie bei der Stadtreparatur in Rheydt sind nicht schlecht.

Quelle: RP
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