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Mönchengladbach
Am Math.-Nat. gibt's die meisten Nachwuchs-Forscher

Mönchengladbach. Mit 16 Projekten war das Gymnasium beim Regionalwettbewerb von "Jugend forscht" in Krefeld die teilnehmerstärkste Schule aus Mönchengladbach. Von Sabine Winkler

"Das war super aufregend, als die Jury näherkam", sagt die 15-jährige Eva Broicher. Mit insgesamt 16 Projekten war das Math.-Nat.-Gymnasium beim Regionalwettbewerb von "Jugend forscht" in Krefeld zuletzt die teilnehmerstärkste Schule aus Gladbach. Evas Arbeit mit zwei Klassenkameradinnen aus dem Bio-Chemie-Differenzierungskurs war eines davon.

Die meisten Wettbewerbsbeiträge entstehen aber in der schuleigenen AG. Jeden Mittwochnachmittag treffen sich die Schüler im Raum B 104. Hier finden sie alles, was das Forscherherz begehrt: Mikroskope, Reagenzgläser und Co. "Fachausrüstung ist wichtig", sagt Dr. Julia Göbel, Chemie- sowie Biolehrerin. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Frank Schillings, seines Zeichens Biologie- und Sportlehrer, betreut sie die AG seit drei Jahren. Schillings ist sogar schon seit 2005 dabei. "Es ist etwas Besonderes, die Entwicklung der Schüler während der Arbeit zu beobachten", erzählt er.

33 Nachwuchswissenschaftler tüfteln an ihren Ideen. Fynn Thierling saß an seiner sogar eineinhalb Jahre lang: "Zuerst waren wir eine Gruppe. Aber dann musste ich noch mal von vorne alleine anfangen." Der Zwölfjährige hat sich damit auseinandergesetzt, wie Taurin und Koffein, zwei typische Bestandteile von Energydrinks, sich auf die Herzfrequenz von Krebstieren auswirken. Dafür wurde er mit dem zweiten Platz ausgezeichnet.

Das Beispiel von Fynn zeigt, dass wissenschaftliches Arbeiten manchmal auch Rückschläge beinhaltet. Damit adäquat umzugehen, dabei helfen ihnen die beiden Lehrer, wo sie nur können. Für die MINT-Schule mit einem mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Fokus spielt "Jugend forscht" eine wichtige Rolle. "Um rezertifiziert zu werden, ist die Teilnahme an naturwissenschaftlichen Wettbewerben immens wichtig", weiß Schillings.

Natürlich trennt sich die AG, wie beim Wettbewerb, in Altersgruppen auf. Die Jungen und Mädchen der Klassenstufen fünf bis acht werden von Göbel für den Wettbewerb "Schüler experimentieren" fit gemacht. Schillings bereitet die Älteren bis zur Stufe zwölf auf den "Jugend forscht"-Wettbewerb vor. Ergänzt wird die AG von den Schülern des Begabtenprojektes des Math.-Nat., das von Gabi Jösch, Mathe- und Biolehrerin sowie Jury-Mitglied bei "Jugend forscht", betreut wird.

Unter den Projektgruppen der Schule, die in Krefeld an den Start gegangen sind, sprangen am Ende vier zweite Plätze heraus. "Und ein Sonderpreis", ergänzt Julia Göbel nicht ohne Stolz. Eva Broicher, Lena-Marie Ahner (14) und Lina Zingsem (15) haben im Fachbereich Biologie gezeigt, dass es nicht Naturwissenschaft pur sein muss. Die drei stellten sich die Frage, wie sich auditive Stimuli auf Leistungen auswirken, und betitelten das knapp mit der rhetorischen Frage: "Olympiasieg durch Mozart?" Das brachte den von Prof. Dr. Karlheinz Schüffler gestifteten Preis "Musische und künstlerische Aspekte" sowie Theaterkarten ein.

Aber nicht nur am Math.-Nat. forscht man, was das Zeug hält. Die Realschule an der Niers hat als einziger nicht-gymnasialer Wettbewerbsbeitrag aus Gladbach ebenfalls einen zweiten Platz beim Regionalwettbewerb geholt. Hier hat sich ein Trio der Jahrgangsstufe zehn mit der Bekämpfung von Hausstaubmilben beschäftigt.

Auf mehr solcher Auszeichnungen hoffen natürlich die Teilnehmer der AG am Math.-Nat. - und bereiten jetzt schon alles für die neue Wettbewerbsausschreibung ab September vor. "Und egal, was dabei rauskommt, für viele ist das Erlebnis, einmal daran teilgenommen zu haben, und die Wettbewerbsatmosphäre eh das Beste", weiß Göbel aus Erfahrung.

Quelle: RP
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