| 00.00 Uhr

Mönchengladbach
An vielen Schulen fehlen Lehrer

Mönchengladbach. Nicht nur an der Gesamtschule Espenstraße gibt es einen Lehrermangel. Wie eine Stellenbedarfsliste zeigt, haben nur zwölf von 68 Gladbacher Schulen die von der Landesregierung angestrebte Personalausstattungsquote von 105 Prozent. Von Gabi Peters

Weil an der Gesamtschule Espenstraße Lehrer fehlen, haben Eltern eine Petition gestartet: "Bitte lasst unsere Kinder nicht im Regen stehen." Kritisiert wird ein massiver Unterrichtsausfall, weil es nicht genügend Lehrer auf dem Markt gibt und Stellenausschreibungen oft ins Leere laufen. Nicht nur an der Gesamtschule Espenstraße ist die Personaldecke dünn.

Zur Antwort auf eine SPD-Anfrage im Landtag gab es am 24. Oktober eine Liste "Stellenbedarf und Personalausstattung an öffentlichen Schulen". Danach hatten rein rechnerisch neun Schulen eine noch schlechtere Personalausstattungsquote als die Gesamtschule Espenstraße mit ihren 94,3 Prozent. "Die neue Landesregierung will das Thema Unterrichtsausfall an den Schulen im Land entschlossen angehen." Dies machten die drei Mönchengladbacher Landtagsabgeordneten von CDU/FDP, Andreas Terhaag, Jochen Klenner und Frank Boss, nach dem aktuellen Fall in Rheydt noch einmal deutlich.

Die Kritik am massiven Unterrichtsausfall an den Schulen in NRW habe bereits vor der Landtagswahl viele Schüler, Eltern und Lehrer beschäftigt. "Bisher wurde der Unterrichtsausfall aber nicht systematisch erfasst und somit von der Vorgängerregierung keine Strategie zur Bekämpfung des Stundenausfalls auf den Weg gebracht. Das soll sich jetzt ändern", betont Jochen Klenner. Bereits in den ersten 100 Tagen der neuen Regierung seien schon Sofortmaßnahmen auf den Weg gebracht worden. "Wir müssen den Lehrerberuf wieder attraktiver machen und aktiv für die Besetzung der Lehrerstellen eintreten", betont der Landtagsabgeordnete Andreas Terhaag (FDP). Besonderen Handlungsbedarf gebe es landesweit an den Förderschulen, Berufskollegs und den Grundschulen: "An den Grundschulen werden die Grundlagen für die weitere Schullaufbahn gelegt - deshalb wollen wir hier möglichst schnell flächendeckend eine Personalausstattungsquote von 105 Prozent erreichen", sagt der Jochen Klenner. Im Haushalt 2018 seien zusätzliche Mittel eingeplant, berichtet der CDU-Landtagsabgeordnete, der Mitglied im Haushalts- und Finanzausschuss ist. Über 2000 neue Lehrerstellen seien eingeplant. Zudem würden rund 3300 Stellen erhalten bleiben, die von SPD/Grüne als "künftig wegfallend" eingestuft worden waren.

Zum Schuljahresbeginn Ende August waren landesweit an allen Schulformen 2139 Stellen unbesetzt, 385 Stellen waren im Besetzungsverfahren. "Hier hat Rot-Grün jahrelang nicht gegengesteuert - wir wollen nun künftig daran arbeiten, den Unterricht für unsere Kinder sicherzustellen", meint der Landtagsabgeordnete Frank Boss.

Die von der Landesregierung angestrebte Lehrerversorgungsquote von 105 Prozent erreichen bisher allerdings nur zwölf von 68 Mönchengladbacher Schulen. An einigen Grundschulen wird noch nicht einmal an der 90-Prozent-Grenze gekratzt. Zur konkreten Kritik aus den Reihen der Elternschaft an der Gesamtschule Espenstraße gibt es im Ministerium folgende Zahlen: Zwar liege die Personalausstattungsquote derzeit bei 94,3 Prozent - allerdings seien auch dort vier Stellen ausgeschrieben und fünf im Besetzungsverfahren.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Mönchengladbach: An vielen Schulen fehlen Lehrer


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.