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Konzert von Andreas Gabalier
Huh! Huh! Huh! für Mountain Man Gabalier

Andreas Gabalier im Sparkassenpark in Mönchengladbach
Andreas Gabalier im Sparkassenpark in Mönchengladbach FOTO: Reichartz,Hans-Peter
Mönchengladbach. Bei seinem einzigen Konzert in NRW rockte Andreas Gabalier am Samstag den ausverkauften Sparkassenpark in Mönchengladbach. Das Ende hielt eine Überraschung bereit. Von Christian Lingen

Ein einfacher Junge mit Gitarre, Lederhose, weißem T-Shirt und Weste steht auf der Bühne des Sparkassenparks, lässt den Blick schweifen und scheint kaum zu fassen, wohin ihn sein Weg geführt hat. Andreas Gabalier, Volks Rock'N'Roller und Mountain Man, ist tief verwurzelt in seiner österreichischen Heimat und lässt dieses Gefühl in jedem Moment seiner grandiosen Show aufleben. "I bin kein Star. I bin einfach nur a Bergbauernbua", sagt er ganz bescheiden und seine Fans jubeln. Bei seinem Konzert im ausverkauften Sparkassenpark brachte er das Publikum zum Brodeln.

Andreas Gabalier beherrscht sie, diese Mischung aus purer Party und Andacht. Als er die Bühne betritt, rastet das Publikum aus. Seine Aura ergreift Besitz vom Hockeystadion. Er besingt die"Obersteirer" und sein "Dahoam". Und da ist sie, diese Heimatverbundenheit. Schnell hat man das Gefühl, dass Gabalier sich auch als Senner auf einer österreichischen Alm vorstellen könnte. Immer wieder erzählt er von seiner Abstammung und spricht von seiner 90-jährigen Oma, die noch heute auf einem Berg lebe.

Diese Stars kommen 2016 nach Mönchengladbach FOTO: dpa, geb gfh nic skn bsc

Nach seiner umjubelten Tournee im vergangenen Jahr, hat er das Programm geändert. Gabalier singt nicht nur seine Partykracher. Er kehrt zurück zu den Wurzeln, singt seine frühen Stücke. "So liab hob i di" war 2009 sein erster Hit. Die Sonne knallt an diesem Abend gnadenlos in den Sparkassenpark. Immer wieder greift Gabalier zu einem seiner rot-weiß karierten Taschentücher und wischt den Schweiß von Kopf, Brust und den Oberarmen. Der Mountain Man gibt es alles und flirtet mit seinen weiblichen Fans, die vornehmlich Dirndl tragen.

So bescheiden der Junge aus der Steiermark auch rüberkommt, so groß seine Erfolge auch sind: Andreas Gabalier ist ein Typ, der aneckt. Vor zwei Jahren forderte er die Rückkehr zum alten Text der österreichischen Bundeshymne, im vergangenen Jahr kritisierte er, "dieser Gender-Wahnsinn" müsse aufhören. Das hat ihm in seiner Heimat Kritik eingebracht. Mit seinem Song "A Meinung Haben" gibt er die Antwort.

Einen Jubelsturm erntet er für seine Frage an die Fans: "Ist es Demokratie, wenn eine Handvoll Leute zu wissen glaubt, was ein ganzes Land will?" Auch in diesem Moment flackert sie wieder auf, seine Liebe zu Österreich. Gabalier steht für Tradition, möchte sie bewahren. Wie das geht, zeigt er in seiner Musik. Andreas Gabalier ist kein Schlagersänger. Er ist ein moderner Volksmusikant. Einer, der Stadien zum Beben bringt.

Nach über zwei Stunden Konzertwahnsinn, bei dem ihm bei seinen Gängen über den Steg vor der Bühne mal rosa und mal schwarze BHs entgegenflogen, ruft er zum Finale. "Zuckerpuppen", "I sing a Liad für di" und "Hulapalu" versetzen die Fans in einen ekstatischen Zustand. "Wir wollen die Madeln einen Stock höher seh´n. Buam, nehmt's die Madeln auf die Schultern", ruft er den Männern zu und sie folgen seinem Befehl. Mit "Amoi seg' ma uns wieder" holt er die Open-Air-Disco wieder zurück in ruhiges Fahrwasser und verabschiedet sich.

Beinahe eine Viertelstunde nachdem die Band die Bühne verlassen und der Abbau begonnen hat, steht Gabalier noch immer da, schaut ungläubig ins Publikum. Plötzlich gehen tausende Arme in die Höhe. Die Menschen rufen "Huh! Huh!" und imitieren die isländischen Fans. Gabalier greift unerwartet wieder zum Mikrofon, fragt "Warum geht ihr nicht nach Hause? Gleich ist hier Sperrstunde" Es ist 21.55 Uhr. Gabalier lässt sich seine Steirer-Harmonika bringen. Es ist Zeit für ein letztes Lied: Das "Steirerland".

Die Fotos von seinem Konzert sehen Sie hier. 

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