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Mönchengladbach
Angeklagter bestreitet alles und sagt: "Die Polizei war aggressiv zu mir"

Mönchengladbach. Völlig emotionslos reagierte der Hartz-IV-Empfänger (25), als die Staatsanwältin gestern die Vorwürfe der Anklage verlas. Dabei war der aus der Ukraine stammende Mönchengladbacher keineswegs als kleiner Alltagssünder aufgefallen. Die Anklagevertreterin warf dem 25-Jährigen, der nicht zum ersten Mal vor Gericht saß, räuberischen Diebstahl, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und mehrfache gefährliche Körperverletzung vor. Geständig zeigte sich der vorbestrafte Mann keineswegs. So bestritt er bereits den räuberischen Diebstahl, den er am Abend des 11. Juli 2015 begangen haben soll. In den Grünanlagen am Alten Markt soll er sich damals von hinten einem Mann genähert haben, der mit seinem iPhone 6 telefonierte. Dann soll er das Handy aus dessen Hand gerissen und das sich wehrende Opfer mit einem spitzen Gegenstand bedroht haben. "Verpiss dich und hol nicht die Bullen", soll der Angeklagte noch gesagt und sich mit der Beute davon gemacht haben. Im Gerichtssaal erklärte er ungerührt: "Ich war nicht der Dieb. Wo ich damals war, weiß ich nicht." Von Ingrid Krüger

Am 11. Februar 2015 soll sich der 25-Jährige nach einem Streit mit seiner Mutter mit der Polizei angelegt haben. Ein 56-jähriger Polizeibeamter, den die Nachbarn in die Wohnung gerufen hatten, erinnerte sich: Der Angeklagte habe laut geschrien und die Mutter beschimpft. Der Sohn habe sich derart aufgeregt, dass die Polizei Verstärkung holen und Pfefferspray einsetzen musste. Doch der Angeklagte meinte nur: "Die Polizei war aggressiv zu mir."

Gefährliche Körperverletzung warf die Staatsanwältin dem alles bestreitenden Angeklagten vor, als er als Beteiligter an Schlägereien in der Altstadt entdeckt wurde. Der 25-Jährige gab zu, bei solchen Gelegenheiten alkoholisiert gewesen zu sein. Aber ansonsten waren nach Ansicht des Gladbachers immer andere schuld. Doch dem Gericht standen Videoaufnahmen zur Verfügung, auf denen der Angeklagte in einer anderen Rolle zu erkennen war. Die Richterin hielt ihm danach sinngemäß vor: "Sie haben sich in Schlägereien eingemischt und zugetreten, obwohl Sie mit den Auseinandersetzungen gar nichts zu tun hatten." Am Ende beschloss das Gericht, den Prozess am 24. Juni fortzusetzen. Zeugen, die gestern dem Gerichtssaal fern geblieben waren, müssen 200 Euro Ordnungsgeld zahlen.

Quelle: RP
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