| 00.00 Uhr

Mönchengladbach
Angeklagter versorgte Iraker mit gefälschtem Führerschein

Mönchengladbach. Vier Mönchengladbacher - 23, 34,35 und 37 Jahre alt - müssen sich gemeinschaftlich des bandenmäßigen Betruges und der Urkundenfälschung vor der Ersten Strafkammer des Landgerichts verantworten. Mit gefälschten Gehaltsmitteilungen und Kontoauszügen sollen die Angeklagten Kredite an Personen vermittelt haben, die bei wahrheitsgemäßen Angaben nie einen Kredit erhalten hätten. Von solchen Krediten sollen sie Provisionen in Höhe von 30 Prozent erhalten haben. Für die 14 Fälle der Anklage sind acht Prozess-Termine geplant. Von Ingrid Krüger

Gestern stand ein Angeklagter (34), der zu jedem Termin aus der Haft in den Gerichtssaal geführt wird, im Mittelpunkt des Verfahrens. Ihm wirft die Staatsanwältin zusätzlich Handel mit gefälschten lettischen Führerscheinen vor. Der 34-Jährige, der als 17-Jähriger den Irak verlassen und nach Deutschland gekommen war, zeigte sich gestern geständig. Er selbst besitze einen solchen gefälschten lettischen Führerschein. Ein Bekannter aus einer russischen Kneipe in Rheydt habe ihm die Fahrerlaubnis besorgt, so der Angeklagte gestern. Angeblich würden lettische Straßenverkehrsämter solche Papiere ausstellen. Aber deren Besitzer sollen Schwierigkeiten mit der Polizei bekommen haben. "Solche Führerscheine kosten 2500 Euro", sollen Polizeibeamte gesagt haben. Er habe vier Interessenten mit gefälschten Führerscheinen versorgt und dafür jeweils ein paar hundert Euro erhalten. Ein 39-jähriger Iraker gab gestern in seiner Zeugenaussage zu, dass er einen solchen Führerschein erworben habe. Seine Frau sei mit dem Angeklagten verwandt. Aber er wolle keine Namen nennen. Im Irak sei er Taxifahrer gewesen. Aber er sei Analphabet und habe aus Prüfungsangst gehandelt. Er sei dann auch mit dem gefälschten Papier aufgefallen und zu einer Geldstrafe verurteilt worden. "Es war ein Fehler", gab der Zeuge kleinlaut zu. Aber im Irak müsse man keine schriftliche Prüfung machen, nur fahren können. Der Prozess wird fortgesetzt.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Mönchengladbach: Angeklagter versorgte Iraker mit gefälschtem Führerschein


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.