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Mönchengladbach
Anwohner gehen gegen Wildparker am Borussen-Stadion vor

Mönchengladbach. In Wolfsittard, Dorthausen und Heiligenpesch werden bei Heimspielen Feldwege und Anwohnerstraßen zugeparkt. Von Andreas Gruhn

Walter Pflipsen ist außer sich, als er seine Fahrt vom Feld zum Hof vorzeitig beenden muss. Eine Reihe Autos steht auf dem Feldweg, der zu Wolfsittard gehört. Es ist eine Anwohnerstraße, aber die Kennzeichen verraten: Keiner der Halter wohnt hier. Sondern alle sitzen in diesem Moment im benachbarten Borussia-Park und bejubeln das 1:0 der Gladbacher gegen Werder Bremen. "Das kann nicht sein. Bei jedem Heimspiel werden wir hier alle zugeparkt", schimpft Pflipsen, der eigentlich Mais ernten statt sich um Wildparker kümmern muss. "Man kann es melden, aber es passiert nichts. Und die Parkplätze am Stadion sind halb leer." Bei vielen Anwohnern von Dorthausen, Wolfsittard und Heiligenpesch ist der Ärger darüber groß, und am Samstag zeigten sie einem Mitarbeiter des Ordnungsamtes, wie sich ein Heimspiel Borussias direkt vor ihrer Haustür auswirkt.

Tatsächlich ist es erstaunlich, welche Fantasie Fans entwickeln, wenn sie ihr Auto abstellen und dabei aber fünf Euro Parkgebühr sparen wollen oder auf eine gute Position zur schnellen Abreise ohne Staus spekulieren. Feldwege sind zugeparkt, noble Karossen stehen halb im Gebüsch, Ausfahrten sind voller fremder Fahrzeuge. Schilder mit absolutem Halteverbot werden ignoriert. Das Ordnungsamt ist mit Politessen im Stadionumfeld unterwegs und verteilt auch Knöllchen. In direkter Stadionnähe werden Fahrzeuge auch immer wieder abgeschleppt, so auch am Samstag. Wenn die Fahrzeuge aber nicht akut im Weg stehen, müssen sie auch nicht weg - auch wenn sie mitten in einer Anwohnerstraße stehen. "Das ist wirklich kein Zustand, wie hier wild geparkt wird. Wir wollen sichtbare Veränderungen an dieser Situation sehen", sagt Anwohner Bert Lingen. "Und wenn man die Wildparker anspricht, bekommt man noch zu hören: Das geht dich doch nichts an", berichtet Nachbar Walter Höfer. Anders als an der Gladbacher Straße gibt es keine Poller, die wildes Parken verhindern. Und während andere Anwohner-Gebiete in Stadionnähe von Ordnern am Spieltag abgeriegelt werden, ist die Zufahrt nach Wolfsittard und Heiligenpesch problemlos von Hehn aus möglich.

CDU-Ratsherr Markus Heynckes lässt sich die Parker ebenfalls zeigen. "Ich habe schon den Eindruck, dass das Problem stärker geworden ist", sagt der Politiker. Man könne kurzfristig darüber nachdenken, den Anwohnern Absperrpoller zur Verfügung zu stellen, die im Boden versenkt werden können. Dies habe es früher schon gegeben. Ein Vertreter des Ordnungsamtes dokumentierte die Situation auf den Feldern rund ums Stadion.

Quelle: RP
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