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Segelflugplatz Wanlo
Anwohner protestieren gegen Fluglärm

Mönchengladbach. Sie kamen mit Transparenten und äußerten ihren Unmut lautstark: Rund 20 Personen protestierten am Samstag gegen das Motorflug-Experiment. Von Simon Janssen

Michael Kalkreuth kann es nicht nachvollziehen. "Jeder Traktor ist doch lauter als unser Flugzeugschlepper ", sagt der Vorsitzende des Segelflugvereins Wanlo. Dass nun eine rund 20-köpfige Gruppe ihren Unmut über den Einsatz von motorbetriebenen Flugzeugen in Wanlo äußerte, erzeugt bei dem 53-Jährigen Stirnrunzeln. Zum Hintergrund: An diesem Wochenende startete auf dem Flugplatz an der Kuckumer Straße ein umstrittenes Experiment: Zwei Wochen lang besteht für die Hobby-Piloten die Möglichkeit, sich von einem Motorflieger statt einer Seilwinde in die Höhe befördern zu lassen. Die Bezirksregierung hatte dem Verein für Luftfahrt 50 dieser Probeflüge erlaubt. Nun geht die Sorge bei den Anwohnern um, dass aus dem Testlauf ein Dauerzustand wird, der eine unmittelbare Lärmbelästigung zur Folge haben könnte.

Eine Sorge, die laut Segelflug-Gruppenleiter Kurt Schlupkothen unbegründet ist – schließlich investierte man im Vorfeld rund 20 000 Euro für Gutachten, um eventuellen Protesten früh den Wind aus den Segeln zu nehmen. Die Ergebnisse der verschiedenen Untersuchungen stimmen die Verantwortlichen optimistisch. "60 Dezibel sind erlaubt, mit unserem Flugzeugschlepper sind wir exakt in diesem Bereich", versichert der 64-Jährige. Dennoch verweilten die Demonstranten rund eine Stunde lang auf dem Wanloer Segelflugplatz. Laut Kalkreuth habe man sich bemüht, den Dialog zu suchen, was wegen der erhitzten Gemüter jedoch erst spät funktioniert habe. Dass sich der Wanloer Verein für Luftfahrt einen dauerhaften Einsatz von Motorfliegern wünscht, hat seine Gründe: Mit dem Start per Seilwinde kommen die Flugzeuge nur rund 400 Meter hoch. Der nötige Thermikanschluss ist jedoch erst ab einer Höhe zwischen 600 und 800 Metern möglich. Außerdem haben aufgrund der fehlenden Motorisierung etliche Mitglieder, darunter auch Deutsche Meister, den Verein aus diesem Grund bereits verlassen.

Es gibt jedoch auch Anwohner, die dem Einsatz von Schleppern positiv gegenüberstehen. "Nicht alle sind dagegen. Viele wollen sich erst einmal ein Bild davon machen, wie laut es ist. Dass wir nicht bei allen auf große Begeisterung stoßen, war uns schon im Vorfeld klar", so Kalkreuth, der noch keine Prognose abgeben möchte, wie die Chancen auf einen dauerhaften Einsatz von motorisierten Flugzeugen stehen: "Das wäre reine Kaffeesatzleserei."

Quelle: RP
 
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