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Mönchengladbach
Arbeitslosen-Vorstand attackiert SPD-Chef

Mönchengladbach: Arbeitslosen-Vorstand attackiert SPD-Chef
Um die Zukunft des Arbeitslosenzentrums (ALZ) streiten sich ALZ-Vorstand Karl Boland und Felix Heinrichs (SPD). FOTO: Jan Schnettler/Raupold/Ilgner
Mönchengladbach. Massiven Angriffen sieht sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Felix Heinrichs ausgesetzt. Er schade dem Ansehen des Arbeitslosenzentrums, sagt dessen Vorstand. Heinrichs hatte eine Verlagerung und ein neues Konzept gefordert. Von Dieter Weber

Mit seinen Aussagen zur Zukunft des Arbeitslosenzentrums (ALZ) hat der SPD-Fraktionsvorsitzende bei Einrichtung und Trägerverein in ein Wespennest gestochen. "Wir sind entsetzt. Er hat uns komplett in Frage gestellt. Das werden wir auf keinem Fall mitmachen und uns wehren", sagt ALZ-Vorstand Karl Boland. Heinrichs habe den Eindruck vermittelt, dass das Konzept nicht transparent sei und das Zentrum auf den preiswerten Mittagstisch verzichten könne. Boland: "Wir haben mehrere große Sponsoren, die viel Geld in die Einrichtung gesteckt haben. Mit seinen Aussagen hat Heinrichs die Einrichtung diskreditiert." Die Stadtsparkasse, das Bistum Aachen, die Wilbertz- und die Diergardt-Stiftung haben über viele Jahre gespendet.

Was ALZ-Verantwortliche zusätzlich empört: SPD-Mann Heinrichs verfolgt nach Meinung der Vorstandsmitglieder Boland und Herbert Baumann einen wesentlich strikteren Kurs als OB Hans Wilhelm Reiners (CDU). "Dieser hat uns zwar auch über Pläne einer Standortverlagerung informiert. Aber er hat immer von einer gesicherten Zukunftsperspektive für die Einrichtung gesprochen. Heinrichs aber stellt diese in Frage", schimpft Boland. Er vermutet dahinter einen Richtungswechsel bei den Sozialdemokraten. Der frühere OB Norbert Bude habe dem Trägerverein einen langfristigen Erbbauvertrag zugesichert. Boland: "Heinrichs scheint das völlig egal zu sein. Er kloppt die Politik des früheren SPD-Oberbürgermeisters in die Tonne und ignoriert alle Absprachen."

Sie wundern sich auch, wieso "Heinrichs sonst bürgerschaftliches Engagement immer würdigt und lobt", aber dann "mit einem Federstrich" eben dieses beim ALZ blockieren oder sogar beseitigen wolle. Das Konzept, nach dem seit vielen Jahren gearbeitet wird, liege schriftlich und öffentlich vor, sei von allen Förderern akzeptiert worden. "Das trifft auch auf die Stadt und das Land zu. Wie kann Heinrichs dann den Eindruck erwecken, es sei intransparent?", fragt ALZ-Vorstandsmitglied Baumann.

Das Konzept sehe drei Aufgaben vor: Beratung, Begegnung und Mittagstisch. Dafür, dass dies in Mönchengladbach so umgesetzt wurde und sehr gut funktioniert, habe das Arbeitslosenzentrum immer sehr viel Lob erhalten. "Der Verzicht auf den Mittagstisch würde die Grundsubstanz des Arbeitslosenzentrums zerstören. Deshalb werden wir das nicht mitmachen. Wir hätten auch das Problem, dies unseren Sponsoren zu erklären, die mit ihren Geldspenden eben diesen Mittagstisch aufgebaut haben", sagt Boland. Das Arbeitslosenzentrum werde sich nicht mit einigen Büroräumen an einem anderen Ort zufrieden geben. Man habe OB Reiners vor einem Jahr ein genaues Raumkonzept vorgelegt. Baumann: "Gehört haben wir von ihm dazu noch nichts. Er hat bislang in keiner Weise Stellung bezogen und bislang auch keine Alternativangebote gemacht.."

Boland und Baumann weisen darauf hin, dass der Mittagstisch von bedürftigen Menschen aus dem Gladbacher Zentrum genutzt werde. Sie bekräftigen auch, dass der Trägerverein das Haus schrittweise auf eigene Kosten barrierefrei umbauen will, wenn es zu einem langfristigen Vertrag kommt. Baumann: "Seit 2002 hat der Verein schon 118.000 Euro in die Immobilie investiert. Wir werden für den Umbau weitere Mittel akquirieren."

Quelle: RP
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