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Mönchengladbach
Attacke auf Fanbus: Prozess beginnt

Fußball-Fans attackieren gegnerische Fans
Fußball-Fans attackieren gegnerische Fans FOTO: dpa, Roland Weihrauch
Mönchengladbach. Mitglieder der "Wilden Horde", die im März 2012 mit Schlagstöcken, Eisenstangen und Ketten auf einen Reisebus mit 30 Borussia-Fans einschlugen, stehen ab 15. September vor Gericht. Angehörigen der "Boyz" droht erneut Stadionverbot. Von Gabi Peters

Kölner Hooligans sorgen erneut für Schlagzeilen. Vier Tage nachdem der 1. FC Köln das nach dem Krawall-Derby in Mönchengladbach am Karnevalssamstag auferlegte Stadionverbot für Angehörige der Ultra-Gruppierung Boyz wieder aufhob, droht nun ein erneuter Ausschluss.

Beim Heimspiel Köln gegen Wolfsburg war es eine Stunde vor Anpfiff zu Auseinandersetzungen gekommen. 17 Köln-Anhänger kamen in Polizeigewahrsam, darunter sollen auch Boyz-Mitlgieder gewesen sein.

Dreieinhalb Jahre nach ihrer Attacke auf einen Reisebus mit Borussia-Mönchengladbach-Fans werden sich drei Mitglieder der Kölner Ultragruppierung "Wilde Horde" vor Gericht verantworten müssen. Angeklagt sind sie wegen Nötigung bzw, wegen Landfriedensbruch in einem besonders schweren Fall. Der Prozess beginnt am 15. September vor dem Kölner Landgericht. Angesetzt sind elf Verhandlungstermine.

Der Fall machte landesweit Schlagzeilen: Am 4. März 2012, einem Sonntagabend, bremsten nach dem Borussia-Spiel in Nürnberg plötzlich mehrere Autos einen mit 50 Gladbach-Fans besetzten Reisebus aus. Der Fahrer wurde gezwungen, auf einen Parkplatz abzufahren. Als er anhielt, stiegen aus den Autos vermummte Männer mit Kapuzen. Mit Schlagstöcken, Eisenstangen, Steinen und Ketten gingen sie auf den Reisebus los. Rot-weiß bemalte Pflastersteine flogen. Unter anderem sollen die Angreifer ein 40 Kilogramm schweres Betonpfahlfundament mehrfach vor die Scheiben des Busses geschlagen haben, die daraufhin zu Bruch gingen. Im Fahrzeug fürchteten Borussia-Fans um ihr Leben. Einer der Angeklagten soll sich mit vor die Frontscheibe gestellt, mit der rechten Faust in die linke Hand geschlagen und gerufen haben: "Jetzt kommt raus ihr Drecksäcke, jetzt gibt es etwas." Ausgestiegen aus dem Bus war damals niemand. Weil die Situation für die Mönchengladbacher Fans immer gefährlicher wurde, startete der Fahrer mit dem Bus durch. Ihm gelang die Flucht. Mit kaputten Scheiben ging es in Richtung Köln-City. Inzwischen hatten mehrere Businsassen die 110 gewählt. Einen Kleinbus mit neun FC-Köln-Anhängern konnte die Polizei wenig später stoppen.

Den Umstand, dass das Verfahren erst dreieinhalb Jahre nach dem Vorfall behandelt wird, erklärte ein Kölner Landgerichtssprecher damit, dass die zuständige Strafkammer mit der Verhandlung vorrangiger Haftsachen befasst war.

Ein Urteil im Prozess gegen die drei Angehörigen der "Wilden Horde" wird nicht vor Ende Oktober erwartet.

Quelle: RP
 
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