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Mönchengladbach
Auch in den Schulen muss das digitale Zeitalter beginnen

Mönchengladbach. Der Kreisverband der FDP lud zu einer Podiumsdiskussion über digitale Medien in Schulen ein. Die technische Ausstattung ist oft ausbaufähig. Von Eva Baches

Die digitalen Medien sind im Alltag selbstverständlich geworden. Man kommuniziert, recherchiert und navigiert mit ihnen durch das Leben. Die junge Generation ist mit ihnen aufgewachsen und die Nutzung der Geräte, ist für sie selbstverständlich. Gehören diese Medien dann nicht auch in die Schule, um die Bildung der Kinder im digitalen Zeitalter möglichst optimal zu gestalten? Die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion im Haus Erholung beantworteten die Frage mit Ja. Ein Beitrag von Yvonne Gebauer, Sprecherin für Schule und Weiterbildung der FDP Landtagsfraktion, zeigt, dass Deutschland, was die Nutzung und Ausstattung von Schulen mit digitalen Medien angeht, noch weit von dem entfernt, was wünschenswert sei.

Eine Studie der Deutschen Telekom Stiftung hat gezeigt, dass 64 Prozent der Lehrer in Nordrhein-Westfalen in ihrem Unterricht digitale Medien seltener als einmal pro Woche einsetzen. "Wir möchten junge Menschen dazu befähigen, ein eigenständiges Leben zu führen", sagt die Politikerin. Doch wie kann das angesichts klammer Haushaltskassen im Bund funktionieren? "Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Hier muss der Bund einspringen und dafür sorgen, dass alle Kommunen die gleiche Chance haben", erklärt sie. Für die Sprecherin ist es auch denkbar, dass Unternehmen sich in Schulen engagieren und im Bereich digitaler Medien fördern. Nur die Hälfte der befragten Lehrer gab an, dass sie über einen Klassensatz an Tablets verfügen. Vielen Schulen fehlen ein W-Lan-Zugang und die technische Ausstattung sowie Unterstützung für die Wartung der IT -Ausstattung.

"Wie viel Personal braucht es an der Schule dafür?", richtet sich eine Frage an Marcel Wannek von der Bechtle GmbH. Sein Einsatzgebiet ist die Integration von IT in Schulen. Zusammen mit Kollegen hat er ein Projekt an einer kleineren Schule abgeschlossen. "Es ist erst einmal ein Investment, aber auf lange Sicht ist es billiger. Es wird eine Routine geschaffen", sagt er. Andreas Pallack, Schulleiter des Franz-Stock Gymnasiums in Arnsberg, kann dies bestätigen: "Wir haben pro Klasse zwei Scouts, die mit der Technik vertraut sind. Aber wir greifen auch auf lokale Unternehmen zurück, die uns beim Support unterstützen."

In seiner Schule ist der Einsatz digitaler Medien fester Bestandteil des Unterrichts. In jedem Raum stehen den Schülern eine Dokumentenkamera und ein Beamer zur Verfügung. Außerdem nutzen die Lehrer das Prinzip des Inverted Teachings. Das heißt, es werden zum Beispiel im Mathematikunterricht Erklärvideos eingesetzt, um den Stoff zu Hause noch einmal zu vertiefen. Die Schüler dürfen auch ihre eigenen Geräte benutzen. Beim Einsatz digitaler Medien geht es ihm nicht darum, sie um jeden Preis einzusetzen, sondern immer zu hinterfragen, wie digitale Medien helfen können, den Stoff zu vermitteln.

Ein weiteres großes Thema war die Einführung von Standards, was die Nutzung und Ausstattung digitaler Medien angeht. Das Fazit des Abends lautete: Es ist noch ein weiter Weg, aber wenn jetzt begonnen wird, ist es machbar.

Quelle: RP
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