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Mönchengladbach
Auf dem Sattel durch die wachsende Stadt

Mönchengladbach: Auf dem Sattel durch die wachsende Stadt
Einige der insgesamt rund 40 Teilnehmer der Radtour - eine weitere Gruppe aus Köln erschien infolge eines Sturzes zu spät für den Fototermin am Parkplatz P 1 des Borussia-Parks. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Wirtschaftsförderung und das Netzwerk Immosport führten bei einer Radtour zu den "Hotspots" der Stadtentwicklung in den nächsten Jahren. Das Ziel, die auswärtigen Teilnehmer von den Vorzügen Gladbachs zu überzeugen, wurde erreicht. Von Jan Schnettler

Erkenntnis Nummer eins: Am Reme-Gelände ist der Bodenbelag ausbaufähig, sonst würde dem CDU-Landtagsabgeordneten Jochen Klenner hier nicht die Klingel vom Fahrrad abfallen. Erkenntnis Nummer zwei stellt sich am Anstieg des Bökelbergs ein: Bauunternehmer Ernst Kreuder ist die ganze Zeit heimlich mit einem E-Bike gefahren! (...aber nichtsdestotrotz echt fit). Erkenntnis Nummer drei: Ein vernünftiges, charmantes Fahrradnetz zu installieren, das die großen Achsen ausspart, wäre in Gladbach gar nicht so schwer. Erkenntnis Nummer vier, die einem auswärtigen Tour-Teilnehmer nach dem anderen über die Lippen geht: "Mönchengladbach hat wirklich etwas zu bieten - hätte ich nicht gedacht."

Es ist die vierte Erkenntnis, die ganz im Sinne der Ausrichter gewesen sein dürfte. Zu der 32 Kilometer langen Erkundungs-Radtour zu den "Hotspots" der Stadtentwicklung hatte die WFMG mit dem Netzwerk Immosport eingeladen. Dessen Mitglieder kennen die städtischen Wirtschaftsförderer gut von verschiedenen Immobilienmessen und damit verbundenen Sportveranstaltungen wie dem Expolauf bei der Expo Real in München. Vom Borussia-Park aus ging es am Mittwochabend bei Bilderbuch-Wetter über Rheydt und Hochschul-Achse bis zum Reme-Gelände und zur City Ost und dann zurück über das Maria-Hilf-Areal bis in den Nordpark. Neben vielen Gladbachern saßen auch etliche Teilnehmer im Sattel, die im Idealfall irgendwann einmal Geld in die Hand nehmen könnten, um es in der Stadt zu investieren.

Beliebtes Fotomotiv bei einem Stopp auf dem Sonnenhausplatz: das Minto. FOTO: Schnettler Jan

Erster Zwischenstopp ist der Rheydter Bahnhof, seit Frühjahr im Besitz der Stadt. Noch in diesem Jahr soll die Ausschreibung erfolgen, man strebe einen Investorenwettbewerb an, sagt WFMG-Chef Ulrich Schückhaus: "Denkt euch das Ding einfach weg", sagt er mit Blick auf das alte Gebäude inklusive ungenutztem Kino. Wohnen und großflächiger Einzelhandel seien hier nicht möglich, Büros kaum denkbar, wohl aber eine Freizeit-Nutzung, etwa für ein Fitnessstudio. "Es braucht zwingend eine Dreigeschossigkeit, und der Zugang zu den Bahngleisen muss gewährleistet sein", nennt er die Vorgaben.

Interesse wecken auch die Planspiele für einen Verwaltungsneubau am Rheydter Marktplatz - im wesentlichen alles jenseits des denkmalgeschützten Turms würde dafür abgerissen. Im Gegenzug könnte das Verwaltungsgebäude Oberstadt abgerissen und ins Maria-Hilf-Areal mit einbezogen werden. Georg Wilms von der Schleiff Denkmalentwicklung zeigt anhand des Quartiers B. Kühlen und mit Blick auf das Reme-Gelände, das ebenfalls angefahren wird, wie ein erstes Projekt die Initialzündung für weitere im Umfeld bedeuten kann. "Rund um das Kühlen-Quartier folgen nun weitere Entwicklungen von Dornieden und Vivawest." Am Reme-Gelände, das - anders als etwa die City Ost - parzellenweise vermarktet wird, werde es ähnlich laufen, sobald der Startschuss erfolgt sei.

Eine Gruppe mit Architekt Fritz Otten (r.) auf dem Rheydter Marktplatz. FOTO: Schnettler Jan

Apropos City Ost: Dort nehmen die Radler, die in drei nach Tempo gestaffelten Gruppen unterwegs sind, interessiert zur Kenntnis, dass sie gerade genau dort pausieren, wo sich künftig ein See befinden wird. Die einmalige Aussicht in die Ferne aus den oberen Etagen der künftigen Maria-Hilf-Bebauung lässt Kreuder spekulieren, dass "die Kölner und Düsseldorfer, die dann nach Mönchengladbach gezogen sein werden, von dort in ihre alte Heimat schauen können". Der Abend klingt bei einem Abendessen im Borussen-Stadion aus - nachdem die Radler noch einmal die imposanten Entwicklungen im Nordpark in Augenschein nehmen konnten.

Quelle: RP
 
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