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Mönchengladbach
Auf der Suche nach dem Aufwind

Mönchengladbach: Auf der Suche nach dem Aufwind
Auf dem Segelflugplatz Wanlo sind sogar die Hunde flugbegeistert. Wenn die Flieger abheben, bleiben viele Radfahrer und Spaziergänger stehen und beobachten die Starts und Landungen. Der Platz ist für jeden offen und wer mag, darf als Gast sogar mitfliegen. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Bei perfekten Flugbedingungen heben sonntags die Flugschüler auf dem Segelflugplatz Wanlo ab und nutzen die aufsteigende Luft. Zwischendurch verirrt sich auch schon mal ein französischer Ballon auf die Landebahn. Von Christian Lingen

Der Himmel ist beinahe wolkenlos. Es weht eine leichte Brise. Traumhafte Bedingungen, nicht nur für einen schönen Sonntagsausflug, sondern auch zum Segelfliegen. Deshalb haben sich schon um acht Uhr 15 Flugschüler des Vereins für Luftfahrt Mönchengladbach auf dem Wanloer Segelflugplatz getroffen.

Sie wuseln durch die große Halle, bereiten die Segelflieger vor und studieren intensiv den Wetterbericht. "Heute ist optimales Flugwetter", sagt Arend Dechow. Ihn hat die Leidenschaft für den Segelflug vor 28 Jahren gepackt. "Ich bin einmal als Gast mitgeflogen. Danach wollte ich es selber lernen", erinnert er sich. Um elf Uhr gehen die Segelflugschüler in die Luft. Zwei Lehrer sind auf dem Platz und bringen den Jugendlichen bei, was sie können müssen.

"Segelfliegen kann jeder lernen", sagt Arend Dechow. Schon mit 14 Jahren darf man ans Steuer. Nach mindestens 70 Starts ist der Zeitpunkt gekommen, ab dem man alleine fliegen darf. Davon ist Anna Dechow noch weit entfernt. Die 14-Jährige beginnt gerade erst ihre Ausbildung zur Segelflugpilotin. "Sie möchte das schon seit Jahren, da kann ich es ihr nicht verwehren", sagt ihr Vater. Zusammen mit den anderen Schülern steht sie an einem Flieger und lauscht den Worten von Francis Norman.

Er ist einer der besten Mönchengladbacher Flieger und bildet die Jugendlichen aus. Der Flugunterricht findet in Doppelsitzern statt. Der Lehrer sitzt hinten. Nach dem Theorieteil nimmt Francis Norman Platz. Dann steigt Anna Dechow ein, geht die Checkliste durch, schließt die Klappe und hebt den Daumen. Im Starthaus greift die Aufsicht zum Telefon, ruft die Kollegen an der einen Kilometer langen Schleppleine an und gibt den Start frei.

Sofort zieht die Leine an und innerhalb von drei Sekunden hat der Flieger auf 100 Stundenkilometer beschleunigt. Dann hebt er ab. Das Schleppseil klingt sich aus und fällt an einem kleinen Fallschirm zu Boden. "Sie finden keine Thermik", sagt Arend Dechow. Das sieht er an den Bewegungen des Fliegers, der im Kreis fliegt. Dann steigt er doch. "Als Segelflieger machen wir es wie die Vögel. Sie nutzen auch die aufsteigende Luft", erklärt er.

In diesem Moment ist von hinten ein leises Zischen zu hören und ein landender Flieger saust vorbei. Das Geräusch verursachen die Landeklappen, die den Flug bremsen. Ein Stück weiter setzt er auf der riesigen Wiese auf. Ein kleines Auto nimmt den Flieger an die Leine und zieht ihn zurück zum Startpunkt. Am Steuer sitzen Jugendliche. "Das ist auch ein Grund, warum sie gerne herkommen. Hier darf man ohne Führerschein Auto fahren, weil die Wiese ein Privatgrundstück ist", sagt Arend Dechow.

"Ich habe etwas gefunden", ruft plötzlich Felix Müller und hält einen grünen Luftballon mit einer orangenen Karte in der Hand. Schnell wird klar, dass der Ballon von einem Fest im französischen Don stammt und dort am Samstag losgelassen wurde. "Wir machen jetzt ein Foto vom Ballon und den Fliegern und schicken es dann zusammen mit der Karte nach Frankreich zurück", schlägt er vor und seine Kameraden sind begeistert.

Quelle: RP
 
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