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Mönchengladbach
Auf Fotosafari im Pütt

Mönchengladbach: Auf Fotosafari im Pütt
Michael Fischer (3. v. re. in der zweiten Reihe, mit blauem Hemd) umrahmt von den Teilnehmern des Workshops. Oben in der Mitte zwei Fotos, die er dabei gemacht hat. FOTO: Cewe
Mönchengladbach. Der Sieger des Fotowettbewerbs von Cewe und RP war beim zweitägigen Fotoworkshop auf der Zeche Zollverein dabei. Von Angela Rietdorf

Neben einer alten Metalltreppe hängen Schutzhelme, meist weiße, mittendrin ein roter. Was für ein Fotomotiv. In der nächsten Etage die Schlosserei. Auf einem Tisch liegen Werkzeuge: ein Schraubenschlüssel und eine entsprechende Mutter, so groß, als seien sie für Riesen gemacht. An der Wand ein altes verdrecktes Schild: "Kein Trinkwasser" bedeutet das Piktogramm darauf. Die Teilnehmer an der Fotoführung stürzen sich auf die Motive, experimentieren mit der Belichtung, der Perspektive, entdecken immer wieder neue Details, die ein spannendes Foto ermöglichen könnten.

Auf der Zeche Zollverein in Essen sind Amateur-Fotografen unterwegs, Teilnehmer an einem zweitägigen Fotoworkshop. Mit dabei: Michael Fischer, der Sieger des Fotowettbewerbs von Rheinischer Post und Cewe. Geführt von einem ortkundigen Guide, begleitet von professionellen Fotografen können sie die Zeche erkunden auf der Suche nach dem ganz besonderen Motiv. "Wir kommen in Räume, die man sonst nicht sieht und haben Zeit und Ruhe, um unsere Motive zu finden", sagt Michael Fischer, der die Zeche Zollverein als Gladbacher allerdings ganz gut kennt. Aber da er mit einem Architekturfoto, der ungewöhnlichen Aufnahme des Museums Abteiberg, gewonnen hat und auch sonst gern seine Herausforderungen in der Architektur sucht, ist eine Umgebung wie das Weltkulturerbe Zeche Zollverein sicher nicht langweilig.

Der Guide, der die Gruppe durch die Zeche führt, kennt die Lieblingsplätze der Fotografen. "Die Schlosserei gehört zu den interessanten Motiven, aber auch das Telefonhäuschen, das innen ausgepolstert ist, weil man bei dem Lärm in den Hallen sonst nichts verstanden hätte", erzählt er. Und das wechselnde Licht, das durch die hohen Fenster hereinkommt, setzt die Gegenstände immer wieder anders in Szene.

Was das Licht bei der Inszenierung von Fotos bedeutet, können die Workshop-Teilnehmer auch noch in anderen Zusammenhängen erproben. Beim Porträt beispielsweise. Da ist in einer Halle nicht viel, aber professionelles Beleuchtungsequipment aufgebaut worden. Ansonsten gibt es nur noch einen Stuhl und ein Model - passend zur Zeche ist es der Steiger, der die Gruppe eine zeitlang begleitet hat und ihnen von der Welt des Bergbaus erzählt hat. "Porträt sind natürlich ein bisschen einfacher, wenn man Lampen zur Verfügung hat", sagt Fotografin Yvette Skorb, die das Foto-Shooting begleitet. "Aber eigentlich geht es darum, ein Gefühl für das Licht zu entwickeln und den Blick zu schulen für Veränderungen der Lichtverhältnisse."

Vor andere Herausforderungen und Möglichkeiten stellt ein weiteres Angebot des Workshops: Auf dem Ehrenhof zwischen den Gebäuden werden riesige Seifenblasen produziert. Ein traumhafter Anblick vor der Industriearchitektur der Zeche, aber schwer aufs Bild zu bannen. Auch Nachtaufnahmen mit Lichtmalerei stehen auf dem Programm der Teilnehmer, dann geht's zurück in den Alltag. Und an den PC, um die Bilder zu bearbeiten. Der Tipp, den Michael Fischer für andere Amateurfotografen hat, geht weg von der Technik und hin zum Inhalt. "Die Technik muss stimmen, aber wichtig ist der Blick für Motiv und Bildaufbau", sagt er. "Und man muss versuchen, immer besser zu werden." Dann klappt's auch mit dem Sieg bei Wettbewerben.

Quelle: RP
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