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Mönchengladbach
Auf Schloss Rheydt lebt das Mittelalter auf

Das war das Ritterfest auf Schloss Rheydt
Das war das Ritterfest auf Schloss Rheydt FOTO: Reichartz,Hans-Peter
Mönchengladbach. Es war der große Höhepunkt am Samstagabend. Der Turnierplatz beim Ritterfest auf Schloss Rheydt stand in Flammen, die Reiter zeigten kühne Stunts, und das Publikum spendete mit Handgeklapper seine Appellatio maximales. Von Christian Lingen

Nur einer musste tatenlos daneben stehen, obwohl er eigentlich einer der Hauptdarsteller des Nachtturniers sein sollte: Joachim Fetten. Er ist der einzige Mönchengladbacher Stunt-reiter beim Ritterturnier. Bei einer Vorführung am Nachmittag verletzte sich sein Pferd am Knöchel und konnte am Abend nicht mitmachen. "Das ist wirklich schade, aber wir müssen schauen, was passiert ist", kommentierte Fetten das Verletzungspech. Gestern Morgen war die Schwellung verschwunden, und das Pferd konnte wieder mitmachen.

Anders als in den Vorjahren gab es für die nächtliche Show keine Extra- Geschichte. Wie bei den Darbietungen am Nachmittag erlebten die rund 10.000 Besucher, die an den drei Tagen zum Schloss Rheydt kamen, die Geschichte um Martin Luther, der sich so sehr mit einem bösen Kardinal streitet, dass schließlich ein ritterliches Turnier darüber entscheiden muss, wer denn nun recht hat. Weil am späten Samstagnachmittag ein Starkregenschauer über Schloss Rheydt niederging, erlebten die Besucher am eigenen Leib, dass das Mittelalter nicht gerade die sauberste Zeit war. Die Wiesen im Heerlager und am Turnierplatz hatten sich in eine riesige Schlammlandschaft verwandelt. Elmar Eßer von der Marketinggesellschaft der Stadt war froh, dass gestern gutes Wetter herrschte. "Wir sind heute überlaufen worden", sagte er gestern Abend.

Während im Ritterturnier alles nur Show war, droschen die Kämpfer im Buhurt, einem aus Osteuropa stammenden Vollkontaktsport, mit echten Waffen aufeinander ein. Und zwar solange, bis im Kampf fünf gegen fünf nur noch einer stand. Schläge mit der Axt auf den Kopf sind im Buhurt ganz normal. Die Kämpfer reisten dafür sogar aus Belgien, Frankreich und Russland an. Weniger brutal ging es auf dem Mittelaltermarkt zu. Dort sorgten zahlreiche Gaukler für Kurzweil, und an rund 70 Ständen gab es so manches zu entdecken. Beim Mäuseroulette hörten die Kinder das Märchen der Nager von Schloss Rheydt, während sich die Erwachsenen Lustrollen, Schandflecken oder Kirschbier schmecken ließen. An vielen Ecken des Marktes, der sich über das gesamte Gelände erstreckte, dampfte es. So zum Beispiel auch in einigen Schmieden.

Neben echten Helmen und Waffenattrappen aus Metall gab es auch welche aus Holz für Kinder. Ein Falkner zeigte seine Tiere, und Karl, der Schleifer, hatte einen Einhornschädel mitgebracht. Für die Damen gab es Gewänder, Ringe und blumige Kränze für die Haare.

Quelle: RP
 
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