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Mönchengladbach
Auf Thomas Virnichs kleinem Planeten

Mönchengladbach. Die Reihe "Zu Gast bei . . ." geht in die nächste Runde. Seit 30 Jahren lebt und arbeitet Bildhauer Virnich in der früheren Volksschule an der Hansastraße. Das Gelände wurde zum Gesamtkunstwerk. Der Künstler öffnet seine Tür und lädt ein. Von Inge Schnettler

Der Besuch im nächtlichen Museum Abteiberg war der Anfang - und unvergesslich. Nun steht der nächste spannende Termin in der Kulturreihe "Zu Gast bei . . ." an. Für Freitag, 9. Juni, lädt der Bildhauer Thomas Virnich zehn Kunstinteressierte von 18 bis 20 Uhr in sein Refugium in der ehemaligen Volksschule an der Hansastraße 1 ein. Dort lebt und arbeitet er seit mehr als 30 Jahren, und er hat nicht nur die Gebäude, sondern auch das 3000 Quadratmeter große Areal hat er umgekrempelt, verändert und mit seiner Kunst in einen "kleinen Planeten", wie er selbst sagt, verwandelt. Einen Ort voller Kunst hat er hinter den Mauern geschaffen, die das gesamte Gelände umgeben. "Die Schule wurde mit den Jahren mit all ihren Haupt- und Nebengebäuden, Schuppen, Kellern, Treppenhäusern, selbst dem Pausenhof und der alles umfriedenen Mauer zu seinem Zuhause und einer außergewöhnlichen Künstlervilla am Niederrhein, was die alte Schule keineswegs davor bewahrte, um- und ausgebaut, mehrmals zerlegt und neu zusammengesetzt zu werden", so schreibt Carl Friedrich Schröer den Prozess auf der Homepage des renommierten Künstlers Thomas Virnich.

Künstler besuchen, ungewöhnliche Orte kennenlernen - das ist der Zweck der Reihe "Zu Gast bei . . .". Die Idee dazu ist auf dem roten Teppich entstanden - so nennt sich das Forum Kultur der SPD. Und in dem treffen sich Menschen, die sich für Kunst und Kultur einsetzen - und sich damit umgeben. Die ins Museum gehen, ins Theater, zu Konzerten. Die aber auch ganz gerne mal neugierig hinter die Kulissen schauen und ungewöhnliche Orte erleben wollen, zu denen man in der Regel keinen Zutritt hat. Außer man wird eingeladen. Wie jetzt von Thomas Virnich.

Reinhold Schiffers hat mit dem Künstler gesprochen - und der war sofort bereit, Gäste zu empfangen. Darüber freut sich der Vorsitzende des Kulturausschusses sehr. "Kaum einer weiß, was sich hinter den dicken Mauern an der Hansastraße in Bettrath befindet", sagt er. Um so spannender, einmal einen Blick in das reich des Künstlers zu werfen.

Thomas Virnich, 1957 in Eschweiler geboren, studierte zunächst an der RWTH Aachen bei Joachim Bandau, um anschließend sein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Alfonso Hüppi und Eugen Gomringer aufzunehmen. 1987 wurde er mit dem Villa Romana Preis, Florenz, geehrt, 1987-1989 hatte er ein Karl Schmidt-Rottluff Stipendium, 1991 erhielt er den Villa Massimo Preis, Rom, und seit 1992 ist er an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig.

In Mönchengladbach hat sich Thomas Virnich mit seinem "Turmbau zu Babel" auf dem Platz vor dem Rathaus Abtei verwirklicht. Eine Arbeit, die anfänglich auf große Skepsis stieß. Geht es doch in der zugrundeliegenden Genesis-Erzählung um sprachliches Kauderwelsch, Durcheinander und Nichtverstehen - mit verheerenden Folgen. Und das vor dem Gebäude, in dem politische Entscheidungen getroffen werden? Die Diskussionen haben sich schnell gelegt, das Kunstwerk steht an seinem angestammten Platz - und das ist gut so.

Eine andere Arbeit Virnichs zu entdecken, macht mehr Mühe. Es sind zwei Wasserspeier am Chor des Münsters. Ein Schlangenkopf auf der einen Seite, der geringelte Schwanz auf der anderen - und der Schlangenkörper schwebt imaginär in der Höhe des Chorraumes.

Auf der Facebook-Seite "Forum Kultur SPD Mönchengladbach" können sich Interessierte für den Besuch am Freitag, 9. Juni, 18 bis 20 Uhr, bei Thomas Virnich anmelden. Das ist auch unter der Rufnummer der SPD 02166 924900 möglich.

Quelle: RP
 
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