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Mönchengladbach
Aufräumaktion am Neujahrstag

Mönchengladbach: Aufräumaktion am Neujahrstag
Junge Muslime starten ins neue Jahr mit einem Zeichen für bürgerliches Engagement. Sie säuberten den Alten Markt - und das am Neujahrstag schon ab 7.45 Uhr. FOTO: Hans-Peters Reichartz
Mönchengladbach. Die Jugendorganisation der Ahmadiyya-Gemeinde griff zu Besen und Schaufel. Von Eva Baches

Es ist früh am Neujahrsmorgen. Am Alten Markt und auf dem Kapuzinerplatz ist nach Silvester wieder Ruhe eingekehrt, nachdem viele Mönchengladbacher hier das neue Jahr mit Sekt und Feuerwerk begrüßt haben. Wenige sind bereits oder noch unterwegs. Die Kehrmaschinen fahren durch die Straßen und beseitigen die Spuren der Partynacht. Doch sie sind nicht die Einzigen, die an diesem Morgen auf den Beinen sind. Die Mitglieder der Jugendorganisation der lokalen Ahmadiyya-Gemeinde haben sich mit Besen und Müllsäcken ausstaffiert und befreien den Alten Markt und den Kapuzinerplatz von den Hinterlassenschaften der Silvesternacht. Seit 7.45 Uhr sind sie bereits unterwegs und haben nach gut anderthalb Stunden bereits 30 Müllsäcke gefüllt. "Wir haben uns zum Gebet getroffen und sind dann hierher gefahren. Wir machen diese Aktion jedes Jahr. Bundesweit beteiligen sich etwa 240 Städte an der Aktion. Wir möchten ein Zeichen setzen, dass die Muslime ein Teil der Gesellschaft sind und sich auch dafür einsetzen", erklärt Walied A. Janjua. Shamas Uddin, Vorsitzender der lokalen Gemeinde, ergänzt: "Ich kam vor 40 Jahren als Flüchtling nach Deutschland. Ich möchte damit Danke sagen, dass ich hier aufgenommen wurde, leben und meine Religion ausleben kann."

Die Mitglieder der Ahmadiyya-Gemeide sind unter den Muslimen eine Minderheit. Die Gemeinde wurde 1889 in Indien gegründet. Ihre Mitglieder bezeichnen sich als Anhänger der Reformer des Islams. "Wir sind weltoffen und stehen für den Frieden ein", betont Walied A. Janjua. Auch der 18-jährige Murad Ahmad ist mit seinen beiden Freunden an diesem Morgen gerne früh aufgestanden, um sich an der Aktion zu beteiligen. "Es macht mir Spaß. Es ist auch ein tolles Gemeinschaftsgefühl", sagt er. "Ich möchte damit auch Danke sagen, dass ich hier leben kann. Und ich möchte zeigen, dass wir Muslime friedlich sind", ergänzt der 16-jährige Awesahmad Butt.

Quelle: RP
 
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