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Mönchengladbach
Augenhilfe Afrika weitet die Versorgung aus

Mönchengladbach. Hauptaugenmerk der vier bis fünf Operationskampagnen pro Jahr bleibt die Blindenheilung. Von Lisa Schmitz

Bundeskanzlerin Angela Merkel reist drei Tage lang in afrikanische Länder und sichert den dortigen Regierungen millionenschwere Unterstützung zu, die Not vor Ort zu lindern. Die Augenhilfe Afrika unterstützt seit 2013 kontinuierlich in Kamerun und benachbarten Ländern die Allerbedürftigsten dabei, durch Heilung von Blindheit ihre eigene Existenz aufbauen und sichern zu können. Das ist nur möglich durch die Spender und Fürsprecher aus Mönchengladbach, Korschenbroich, Kaarst, Büttgen und mittlerweile aus ganz Deutschland.

Das Modell der Augenhilfe Afrika, Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort zu leisten, hat sich seit der Gründung des gemeinnützigen Vereins im September 2013 in Korschenbroich bewährt und erweitert. Zu den jährlich vier bis fünf Operationskampagnen, bei denen in der Regel bis zu 50 Menschen das Augenlicht zurückerhalten, kommt als zweites Standbein seit diesem Jahr eine Optiker- Versorgung hinzu.

Augenoptikermeister Max Heinrichs, früherer Geschäftsinhaber in Mönchengladbach, hat in Kamerun den Aufbau einer stationären Optikerwerkstatt ebenso mitbetreut wie die Ausbildung einer einheimischen Optikerin. Aus Spendengeldern wurde ein mobiler Schleifstein für Brillengläser angeschafft, der bei den Operationskampagnen zusätzlich gute Dienste leistet. Vor Ort bekommen die Patienten, die "nur" eine Brille benötigen, diese angepasst, wobei die Brillenfassungen durch die guten Kontakte von Max Heinrichs von der deutschen Industrie gespendet werden.

Durch die Unterstützung des Lions-Clubs Kaarst-Büttgen-Korschenbroich konnte für die Augenhilfe Afrika ein sogenannter IOL-Master angeschafft werden. Das ist ein modernes Diagnosegerät zur Ausmessung der Augen vor der Katarakt-Operation. Auch das Gymnasium Korschenbroich und Bolten-Brauerei-Geschäftsführer Michael Hollmann zählten in diesem Jahr zu den Unterstützern der Augenhilfe Afrika.

Eine glückliche Fügung war zudem der Besuch des Kameruner Botschafters, S.E. Jean-Marc Mpay, zunächst bei den Freimaurern in Mönchengladbach. Daraus ergab sich der Kontakt zur Augenhilfe, der schließlich zur Aufnahme des Botschafters als Ehrenmitglied führte. Die Kameruner Ärzte Dr. Raoul Cheuteu und Dr. Gilles Kagmeni, die beide in Deutschland studiert haben und die Operationskampagnen für die Augenhilfe in ihrer Freizeit ohne jedes Salär durchführen, setzen auf den Botschafter auch in bewegten politischen Zeiten.

Denn dort, wo die Augenhilfe Afrika im Wortsinne operiert, in den entlegenen, absolut unterversorgten Gebieten, terrorisieren auch Boko Haram und andere islamistische Extremisten die Menschen. Mit Mut, aber nicht mit blindem Risiko, helfen die Ärzte und ihr Team. Eine gewisse Stabilisierung in der Region in der Republik Zentralafrika gibt Anlass zur Hoffnung, auch dort vielleicht im nächsten Jahr mit der mobilen Klinik der Augenhilfe Afrika Gutes zu tun.

Hauptaugenmerk im Wortsinne bleibt dabei weiterhin die Heilung von Blinden, die nach wie vor zu Tausenden auch von weither herbeiströmen, wenn die Operationseinsätze der Augenhilfe in Radio und Fernsehen bekannt gegeben werden. Wie solche Einsätze ablaufen, darüber berichten Vorstandsmitglieder der Augenhilfe Afrika jetzt zum ersten Mal auch in einem öffentlichen Vortrag in der Niederrhein-Klinik in Korschenbroich.

Quelle: RP
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