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Mönchengladbach
Augeninnendruck als Alarmsignal beim Grünen Star

Mönchengladbach. Weil die Krankheit völlig schmerzlos verläuft, ist eine Früherkennung besonders wichtig, rät Augenarzt Jens Egli. Von Angela Rietdorf

Das Glaukom, auch Grüner Star genannt, ist eine heimtückische Krankheit. Die Fasern des Sehnervs sterben langsam ab. Weil das im Allgemeinen aber absolut schmerzfrei geschieht, wird es von den Betroffenen zumeist gar nicht wahrgenommen. "Deshalb ist Früherkennung so wichtig", betont Augenarzt Dr. Jens Egli bei seinem Vortrag in Rheydt. Rund drei Prozent der Bevölkerung leiden unter dem Glaukom. Aber nur die Hälfte der Betroffenen weiß auch davon. Je höher das Alter, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, Grünen Star zu haben.

Durch die Messung des Augeninnendrucks kann ein Augenarzt feststellen, ob ein Glaukom vorliegt. Ein dauerhaft hoher Innendruck schädigt die schwächste Stelle des Auges, den Sehnerv. "Der Augeninnendruck hängt nicht mit dem Blutdruck zusammen", beantwortet Egli eine häufig gestellte Frage. "Aber hoher Blutdruck oder Blutdruckschwankungen schädigen die Gefäße und damit auch die Augen."

Der Augeninnendruck wird heute individuell eingestellt, wenn er sich als zu hoch erweist. Früher sei man davon ausgegangen, dass ein Innendruck von über 20 behandelt werden müsse, einer darunter nicht. "Heute wissen wir, dass bei Einzelnen auch ein Druck von elf zu hoch sein kann", sagt der Augenarzt. "Es geht jetzt um eine individuelle Anpassung." Der Druck ist optimal eingestellt, wenn der Sehnerv sich nicht mehr verändert. Eine Heilung ist nicht möglich. "Den maximalen Erfolg, den wir erzielen können, ist eine Verschlechterung zu verhindern", erklärt Egli. Aber das ist viel, denn damit schreitet die Degeneration nicht fort, die Sehkraft bleibt erhalten. Als Risikofaktoren für das Glaukom gelten neben dem hohen Augeninnendruck das Alter, eine genetische Disposition sowie starke Kurz- und Weitsichtigkeit.

Ein Glaukom entwickelt sich im Allgemeinen mit der Zeit. Einen Sonderfall stellt jedoch der Glaukom-Anfall dar. Hier steigt der Augeninnendruck plötzlich an, was mit starken Schmerzen verbunden ist. Allerdings sind die Schmerzen nicht immer leicht zuzuordnen. "Der gleiche Nerv verläuft auch durch den Magen-Darm-Trakt", sagt Egli. "Deshalb kann es zu diffusen Schmerzen kommen." Bei einem Glaukom-Anfall hilft nur eine Operation, während das klassische Offenwinkelglaukom auch medikamentös zu behandeln ist, und zwar gängigerweise mit Tropfen. Allerdings muss auch wirklich getropft werden. "Ein Drittel der Patienten verwendet die Tropfen nicht, weil das Glaukom nicht wehtut", sagt Egli. Er hofft, dass bildgebende Verfahren die Therapietreue positiv beeinflussen. "Wenn man zeigen kann, dass sich der Sehnerv verändert, ist das für die Patienten besser nachvollziehbar." Generell empfiehlt er regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, ab 40 Jahre alle zwei bis drei Jahre, ab 65 Jahre alle zwei Jahre.

Quelle: RP
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