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Mönchengladbach
Ausbildungsverbund begrüßt die ersten "eigenen" 20 Lehrlinge

Mönchengladbach. Frank Winkels hat ein Auge für Talente. Der Leiter des Ausbildungsverbundes (AV, früher mit dem Zusatz Schlafhorst bekannt) hatte letztes Jahr bei einer Sommerferienaktion des ZDI-Zentrums Schüler zu Gast, die "Balance Bots" zusammengebaut hatten. Das sind zweirädrige, sich selbst balancierende und ferngesteuerte Roboter. Sandra Coraj von der Gesamtschule Espenstraße stach besonders heraus. "Das technische Verständnis hat mich beeindruckt. Die Metall- und Elektroindustrie braucht solche Talente", urteilte Winkels. Und als Coraj ihrerseits Interesse bekundete, vermittelte er sie an einen seiner Kunden, die Helmut Beyers GmbH. Nun, ein Jahr später, wird die Abiturientin bei Beyers als Elektronikerin für Geräte und Systeme ausgebildet und studiert im Dualen Studium parallel Elektrotechnik an der Hochschule Niederrhein.

"Sie hat den Eignungstest beim Ausbildungsverbund ohne Fehler gemeistert. Wer sein Mathe-Abi mit zwei abschließt und zuhause schon regelmäßig mit dem Lötkolben gearbeitet hat, hat was auf dem Kasten", sagt Roman Koschel, Technischer Leiter bei Beyers. Dass Coraj in ihrer Freizeit Computer aufschraubt sowie Smartphones und die Xbox repariert, hat auch ihn beeindruckt. Er ist fest davon überzeugt, dass Coraj das Duale Studium erfolgreich absolviert. Diese praxisorientierte Mischung aus Ausbildung und Studium bietet Helmut Beyers zum ersten Mal an. Für Susanne Feldges, Koordinatorin des ZDI-Zentrums und Teamleiterin der Wirtschaftsförderung, ist Sandra Coraj ein "Best Practice"-Beispiel: "Genau dafür machen wir die ZDI-Kurse. Dort werden Talente entdeckt, die vielleicht sonst im Verborgenen geblieben wären."

Für Reinhold Schneider, Geschäftsführer der Unternehmerschaft Mönchengladbach, ist die 19-Jährige eine lebende Begründung, warum sein Arbeitgeberverband das ZDI-Zentrum unterstützt: "Im Interesse unserer Wirtschaft müssen wir den potenziellen Fachkräfte-Nachwuchs möglichst früh für die hiesige Metall- und Elektroindustrie begeistern. Denn das sichert beiden Seiten die Zukunft."

Doch die Erfolgsgeschichte hat auch für den Ausbildungsverbund eine besondere Dimension. Vor einem halben Jahr verkaufte die Firma Oerlikon die früheren Schlafhorst-Lehrwerkstätten an die Familie des Ausbildungsleiters - nun ist Sandra Coraj eine der 20 ersten Auszubildenden, die unter neuer Eigentümerschaft ihre Lehre beginnen. "Für uns ist es natürlich etwas ganz besonderes, die ersten Azubis unter neuer Trägerschaft willkommen zu heißen", fasst Vera Kamlowski, geschäftsführende Gesellschafterin, zusammen.

Zusammen mit ihr begrüßten die Ausbilder Lukas Wershofen (Elektro) und Daniel Feldmann (Metall) die neuen Auszubildenden, die an rund 180 Tagen im Jahr parallel zur Ausbildung im jeweiligen Betrieb in den AV-Werkstätten ausgebildet werden. Geschult wird der Nachwuchs in den Ausbildungsberufen Elektroniker/in für Geräte und Systeme, Mechatroniker, Industrie-und Zerspanungsmechaniker, Fachkräfte für die Metalltechnik und Industrieelektriker. Insgesamt lernen beim AV mit seinen sechs Ausbildern rund 70 Lehrlinge das Einmaleins der Metall-und Elektrotechnik.

Die neuen Auszubildenden kommen aus den Unternehmen Zabeltechnik, Lacroix, Helmut Beyers, Alois Dallmayr Automaten-Service, Pollrich Ventilatoren, SMS Group, GEM, MAV Mineralstoff-Aufbereitung und -Verwertung, Groschopp AG Drives & More, Reiners & Fürst, Contex HM-Verschleisstechnik, Otto Fuchs, CDL Präzisionstechnik, Robert Bosch, Piepenbrock Technischer Gebäudeservice, EGN Entsorgungsgesellschaft Niederrhein und Telefonbau Arthur Schwabe.

(tler)
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