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Mönchengladbach
Auto krimireif aus Kaarster See geborgen

Mönchengladbach: Auto krimireif aus Kaarster See geborgen
Der Zündschlüssel steckte noch, als der Wagen aus dem Kaarster See von DLRG und den Feuerwehren Mönchengladbach und Kaarst geborgen wurde. FOTO: Lothar berns
Mönchengladbach. Feuerwehr, DLRG und Polizei haben ein Fahrzeug aus dem Großen Kaarster See gefischt. Der Wagen war Ende 2015 in Neuwerk als gestohlen gemeldet worden. Sporttaucher hatten das Wrack zufällig auf dem Grund des Sees entdeckt. Von Susanne Niemöllmann

Gemeinschaftlich haben Taucher der DLRG, die Feuerwehren aus Kaarst und Mönchengladbach sowie die Neusser Kreispolizei am Donnerstagabend ein in Neuwerk gestohlenes Auto aus acht Metern Tiefe geborgen. Fast schon krimireif mutete die Szenerie am Großen Kaarster See an: Während im Hintergrund ein Segler lautlos vorbeiglitt, brachten sich am Ufer Feuerwehr-Fahrzeuge in Stellung. Taucher der DLRG stiegen gegen 17 Uhr ins etwa 20 Grad warme Wasser. Die Mission: die Bergung des Autos, das Einsatztaucher Dirk Vogel (44) zuvor während eines Übungstauchgangs zufällig am Grund des Gewässers entdeckt hatte. Knapp zwei Stunden später stand der Wagen auf seinen Rädern am Ufer: der ursprünglich weiße Lack großflächig mit einer braunen Schicht überzogen und mit Muscheln bewachsen - bereit zum Abtransport nach Mönchengladbach, wo die Spurensicherung ihre Arbeit tun wird.

Im Mönchengladbacher Stadtteil Neuwerk war der weiße Toyota Avensis am 3. November vergangenen Jahres als gestohlen gemeldet worden. Mit möglicherweise grausigen Funden in der Fahrgastzelle oder dem Kofferraum hatten die Beamten nicht rechnen müssen - allen Spekulationen der zahlreichen Zuschauer am Ufer des Sees zum Trotz. Nach bisherigen Informationen der Polizei steht das Auto in keinem Zusammenhang mit einem Verbrechen. "Es handelt sich dabei um einen ,normalen' Auto-Diebstahl", versicherte Polizeisprecherin Daniela Dässel. Die möglichst umweltschonende Bergung des Wagens in dem vielbesuchten Naherholungsgebiet hatte Einsatzleiter Detlef Sievers einiges abverlangt. Das ursprüngliche Vorhaben, das Wrack mithilfe eines großen Krans der Feuerwehr aus Mönchengladbach zu heben, hatte sich am Donnerstagmorgen erledigt, als klar war, dass das schwere Gerät nicht bis an den See würde vordringen können. "Das hat die Planung von vielen Stunden über den Haufen geworfen", erzählte Sievers. "Wir brauchten einen Plan B." Das weit vom Ufer entfernt liegende Auto per Seilwinde herauszuziehen, verbot sich wiederum aus Umweltschutzgründen.

Also befestigten die erfahrenen Einsatztaucher Jürgen Ponto (55) und Dirk Vogel so genannte Hebesäcke an den Achsen des Autos, die anschließend aus Taucherflaschen mit Atemluft gefüllt wurden. Das gelang umso besser, als die Sicht mit vier bis fünf Metern Weite recht gut war und der Wagen auf dem Dach lag. Dennoch tat sich erst einmal nichts. "Nach einer langen Liegezeit kann es vorkommen, dass ein flacher Gegenstand sich am Grund festsaugt", erklärte DLRG-Taucheinsatzleiter Holger Grabow (48). Ein dritter Hebesack ließ die Karosserie schließlich etwa zweieinhalb Meter über dem Grund schweben, wenig später lag der Wagen auf der Seite am Ufer. Der Zündschlüssel steckte, das Gaspedal war mithilfe eines festgeklemmten Stocks bis zum Anschlag durchgetreten, wie Detlef Sievers feststellte. Vorsorglich hatte die Feuerwehr den Wagen schon im Wasser mit einem Ölschlängel umgeben und Bindemittel ausgebracht.

Sievers war mit dem Verlauf hochzufrieden: Feuerwehren, DLRG und Polizei hätten gut harmoniert. "Ich kann mich nicht erinnern, dass es so einen Einsatz schon mal gegeben hat", sagte er. Und: "Ich bin schon stolz."

Quelle: RP
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