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Mönchengladbach
Autobranche lässt unter die Haube blicken

Mönchengladbach. Die Automobilausstellung auf dem Messegelände im Nordpark informierte über Ausbildungsberufe, Trends und Sicherheitsschwerpunkte rund ums Thema Mobilität. Auch Probefahrten im Schatten des Eiffelturms waren möglich. Von Erik Acker

Hans Wilhelm Reiners hat eine besondere Beziehung zum Thema "Mobilität". Denn früher wollte er immer Lokomotivführer werden. So passte es, dass Mönchengladbachs Oberbürgermeister das rote Band durchschnitt und damit die Automobilausstellung eröffnete. Zwölf Autohändler, 31 Automarken und über 200 Fahrzeuge - zum siebten Mal präsentierten sich auf dem Messegelände im Nordpark neben den etablierten Autohäusern auch Tuner, Motorradhändler, Fahrschulen und Fahrradhändler. Bevor den Besuchern aber der Eintritt auf das 30 000 Quadratmeter große Gelände gewährt wurde, erfuhren sie von Schirmherr Hans Wilhelm Reiners, wie er denn angereist war. "Heute habe ich mich fahren lassen, weil der Terminplan es nicht anders zuließ. Ansonsten bin dich da sehr flexibel", erzählte der Oberbürgermeister, der sich erst kürzlich einen neuen Roller angeschafft hat.

Das Kaufverhalten der Gladbacher war auch ein Thema auf dem Messegelände. Dirk Christmann, Verkaufsleiter des Autohauses Fleischauer, erkennt eine deutliche Tendenz: "Der Trend geht klar zum Sport- und Nutzfahrzeug. Die Leute wollen hoch und bequem sitzen und dabei problemlos ein- und Aussteigen können". Die Entwicklung auf dem Automobilmarkt sei in den vergangenen Jahren aber konstant gleichbleibend gewesen. Im Gegenteil dazu wächst die Zahl der Ausbildungen im Bereich des Kfz-Gewerbes in Mönchengladbach stark an.

Die Innung des Kfz-Gewerbes bot jungen Leuten passend dazu an, "live" einen Blick auf die spannende Technik des Automobils zu werfen. "In den letzten zwei Jahren wurden doppelt so viele Leute ausgebildet wie in den Jahren davor. Die meisten noch als Kfz-Mechaniker", sagte Ludger Feldhaus-Becker. Die Pkw-Technik habe sich dabei in eine deutliche Richtung entwickelt.

"Während der Ausbildung wird der Bereich des Programmierens und des Beherrschens der Steuergeräte immer wichtiger und macht mittlerweile schon die Hälfte aus. Die andere Hälfte besteht weiterhin aus der Ausbildung im mechanischen Bereich", erklärte Feldhaus-Becker weiter. Mönchengladbach kann im Bereich der Ausstattungstechnik sogar seit dem vergangenen Jahr behaupten, Spitzenreiter zu sein.

Auch die Fahrschule Ismar war im Nordpark vertreten. Günther Wendt, Fahrlehrer bei Ismar, ist vor allem überzeugt vom Modell des begleitenden Fahrens, das "auch hier in Gladbach sehr gut angenommen wurde". Der durchschnittliche Fahrschüler sei aber weiterhin um die 20 Jahre alt. "Rückläufig ist bei uns die Entwicklung der Schüler, die den Motorradführerschein machen wollen, was wahrscheinlich an der Sicherheit beim Motorradfahren liegt", sagte Günther Wendt. Ein großer Stand auf dem Gelände gehörte zudem der Polizei Mönchengladbach. Sie hatte ein etwa 15 Meter langes Zelt aufgebaut, in dem auf dem Boden eine Linie aufgeklebt war, an der verschiedene Unfälle dargestellt wurden. Am Ende der Linie hatte die Polizei ein Auto mit Totalschaden platziert. Ihr ging es dabei vornehmlich um das Thema "Ablenkung".

Immer mehr Jugendliche würden beim Fahren aufs Handy schauen und dadurch für einen kurzen Moment abgelenkt sein. "Wenn wir von einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 Kilometer pro Stunde ausgehen, legt man in einer Sekunde, in der man abgelenkt ist, etwa 15 Meter zurück. Was auf dieser langen Strecke alles passieren kann, haben wir hier dargestellt", sagte Erwin Hanschmann, von der Unfallprävention der Polizei.

Neben den vielen Ausstellern bot die Automobilausstellung, wie in jedem Jahr, die Möglichkeit, den Besuchern Fragen fachlich zu beantworten, Probefahrten zu ermöglichen und eine besondere Beratung anzubieten.

Quelle: RP
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