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Mönchengladbach
Autodieb lieferte sich Verfolgungsjagd mit Polizei

Mönchengladbach. Am 19. August 2014 wurde an der Kabelstraße ein roter Kleinwagen gestohlen. Der Besitzer hatte ihn einem Freund geliehen. Er bekam den Pkw mit Totalschaden zurück. Das Fahrzeug musste entsorgt werden. Von Ingrid Krüger

Der Mönchengladbacher (30), der den Kleinwagen damals gestohlen hatte und am 29. August 2014 nach einer wilden Verfolgungsjagd das Fahrzeug in der Hugo-Preuß-Straße verlassen hatte, muss sich jetzt wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, wegen Autodiebstahls, Unfallflucht, und Tankbetrugs vor der Dritten Strafkammer des Mönchengladbacher Landgerichts verantworten. Der vorbestrafte Angeklagte hatte den Autodiebstahl bereits zu Prozessbeginn zugegeben. Der Schlüssel habe gesteckt. "Da habe ich den Wagen genommen und bin mit drei Freunden losgefahren", hatte sich der Angeklagte sinngemäß erinnert.

Am Tattag wurde der Angeklagte von Polizeibeamten im Streifenwagen bemerkt, weil das Fahrzeug wegen Diebstahls zur Fahndung ausgeschrieben war. Gestern erinnerten sich im Gerichtssaal zwei Polizeibeamtinnen, wie ihnen damals der rote Kleinwagen aufgefallen war. Sie wollten das gestohlene Fahrzeug anhalten, berichteten die Beamtinnen gestern in ihren Zeugenaussagen. "Doch der Angeklagte gab Gas, fuhr an uns vorbei und weg. Wir fuhren hinterher", so die Zeuginnen. Auf der wilden Verfolgungsjagd in der Rheydter Innenstadt habe der 30-Jährige rote Ampeln missacht und abgestellte Fahrzeuge gerammt. Der Angeklagte sei dann in die Hugo-Preuß-Straße abgebogen und habe dort Fußgänger gefährdet. "Aber das haben wir nicht gesehen. Als wir dort ankamen, war der Kleinwagen bereits leer", so die Polizistinnen.

Dagegen erinnerte sich eine elfjährige Schülerin, die damals mit ihrer Mutter und dem kleinen Bruder in der Hugo-Preuß-Straße unterwegs war und mit ihnen die Straße überqueren wollte. "Wir haben das rote Auto gesehen, das fuhr so knapp an uns vorbei, dass wir uns nur durch einen Sprung retten konnten", berichtete das Mädchen. Das hatte auch ein 26-jähriger Polizeibeamter beobachtet, der dort an einer Ampel stand: "Das war knapp. Der fuhr mit einem Affenzahn an mir vorbei." Ein 72-jähriger Rentner erinnerte sich, wie er von dem Angeklagten auf der Flucht links an seinem Pkw gerammt wurde. Zwei Autofahrerinnen kamen vom Einkauf zurück und sahen die Schäden an ihren geparkten Fahrzeugen, die der Angeklagte verursacht hatte. Am Ende erinnerten sich zwei junge Männer, die damals mit in dem roten Kleinwagen gesessen hatten. Dass das Auto gestohlen war, hätten sie erst später erfahren. Der Prozess wird fortgesetzt.

Quelle: RP
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