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Mönchengladbach
Autohändler pfuscht bei Kilometern

Mönchengladbach. Der Angeklagte soll beim Verkauf falsche Kilometerstände angegeben haben. Von Ingrid Krüger

Laut Anklage soll ein 42-jähriger Autohändler seine Kunden betrogen und Urkunden gefälscht haben. Doch der selbstbewusste Mann gab sich gestern vor dem Mönchengladbacher Schöffengericht als seriösen Kaufmann aus und zeigte sich keineswegs geständnisbereit. Dagegen beschwerte sich gestern ein Kunde (36) aus Meerbusch über den Angeklagten, der ihm 2012 einen Ford Mustang angeboten habe. Der Zeuge vermisste einen Kaufvertrag. Danach rief er den Angeklagten an. Er wolle das Fahrzeug selbst abholen. Doch der Kunde wurde immer wieder vertröstet. Schließlich gab es eine Terminzusage; als der Meerbuscher allerdings zwei Stunden zu früh im Autohaus auftauchte, bekam er am Empfang zu hören: "Schauen Sie in der Werkstatt nach". Dort stand das Fahrzeug auf der Hebebühne und wurde offensichtlich repariert. Ein Mechaniker informierte den Kunden: "Und das ist nicht die erste Reparatur. An dem Wagen war die rechte Seite komplett kaputt". - "Ich wollte doch keinen Unfallwagen", erklärte der empörte Mann aus Meerbusch.

Einen anderen Sportwagen soll der Angeklagte mit einem manipulierten Kilometerstand angeboten haben, hieß es in einem Sachverständigen-Gutachten. Demnach hatte das Fahrzeug mit dem tatsächlich viel höheren Kilometerstand am Ende auch einen geringeren Verkaufswert.

Aber auch ein 50-jähriger Kfz-Mechaniker aus Köln konnte zur Aufklärung der Anklagevorwürfe nichts beitragen. Er war in den Jahren 2008 bis 2012 Geschäftsführer in der Firma des Angeklagten. "Ich habe die Fahrzeuge, die wir im Internet fanden, versorgt. Und der Chef hat sie verkauft", erinnerte sich der Zeuge im Gerichtssaal. Man habe auch hochwertige Sportwagen - wie zum Beispiel Porsche verkauft. Aber an Einzelfälle könne er sich nicht erinnern. "Wir kauften die Fahrzeuge von Händlern und auch von Privatleuten", berichtete der 50-Jährige bereitwillig. "Technische Mängel wurden behoben. Aber mit der Finanzierung hatte ich nichts zu tun", ergänzte der Kfz-Techniker. Am Ende war sich der Zeuge sicher: "Wir hatten einen Superladen".

Der Prozess wird mit mehreren Zeugen fortgesetzt. 150 Euro Ordnungsgeld müssen die Zeugen zahlen, die gestern nicht gekommen sind.

Quelle: RP
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