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Mönchengladbach
Bank zu vermieten

Mönchengladbach: Bank zu vermieten
Um diesen Gebäudekomplex geht es: Auch das Haus links (Oskar-Kühlen-Straße 4) und die Baulücke rechts gehören mit zum Areal. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Nach fünf Jahren Leerstand hat eine Gladbacher Familie die frühere Commerzbank-Filiale am Friedrichplatz gekauft. Nun werden Mietinteressenten gesucht. Denkbar ist vieles - von der Nutzung als Seniorenheim bis zu Abriss und Neubau. Von Jan Schnettler

Noch 'n Tresor. Und noch 'n Tresor. Und noch 'n Tresor. Wer durch das verwinkelte Kellergeschoss des leerstehenden Gebäudekomplexes an der Oskar-Kühlen-Straße/Ecke Friedrichstraße geht, braucht wenig Fantasie, um sich vorzustellen, dass hier bis vor fünf Jahren die Commerzbank saß. An vielen Stellen prangt das bis 2009 gültige Firmenlogo in Form einer stilisierten Windrose, an Raum 6 steht noch, dass hier einst Harald Bähren sein Büro hatte, und sämtliche Räume, von der leeren Schalterhalle bis zum Archiv im Keller, wirken so, als sei der Auszug der Bank zum Bismarckplatz erst gestern erfolgt. "Alles ist in einem Top-Zustand", sagt Janko Goebels. "Die Räume wurden in all den Jahren regelmäßig begangen, belüftet und geheizt."

Goebels' Familie, die an der Viersener Straße Orientteppiche verkauft und in der Stadt auch bereits mehrere Immobilien vermietet, hat den Gebäudekomplex zum Jahresbeginn gekauft - aus dem Portfolio eines niederländischen Investors heraus, der es lediglich als Abschreibungsobjekt liegenließ. Doch wie Haus Westland, dem es ähnlich erging, sollen die Flächen, die auch das Haus Oskar-Kühlen-Straße 4 (mit der hübschen Fassade), einen rückwärtigen Außenbereich mit Baumbestand und den unbebauten Parkplatz an der Friedrichstraße umfassen, nicht enden. Denn nun gehen sie in die Vermarktung - und die Tatsache, dass sich mittlerweile auch Privatleute engagieren und brachliegende Objekte anpacken, zeugt vom guten Lauf, den der Mönchengladbacher Immobilienmarkt derzeit hat. "Die Lage ist einfach super. Die Friedrichstraße ist die am meisten belaufene Nebenstraße der ganzen Stadt", sagt Janko Goebels. Zumal Alberto-Geschäftsführer Georg Walendy auf der anderen Seite des Friedrichplatzes gerade mit dem Bau eines neuen Stadthauses begonnen hat.

Konkrete Pläne für künftige Nutzungen gibt es aber noch nicht. "Ideal wäre ein Mieter, der das gesamte Gebäude nimmt", sagt Goebels. Man könne aber auch etagenweise vermieten. Insgesamt verfüge der Komplex über 2000 Quadratmeter gewerbliche Nutzfläche, dazu kommen 800 weitere im Kellergeschoss. Und: "Man könnte noch 2000 bis 3000 weitere Quadratmeter dazubekommen, indem man die Freifläche bebaut und das Dach dort, wo die Häuser nicht viergeschossig sind, aufstockt." Umbauen, aufteilen, abreißen und neu bebauen - Familie Goebels ist offen für Vorschläge (Interessenten können sich wenden an Telefon 0163 3603608). In der Vergangenheit habe es bereits Planspiele für eine Seniorenresidenz gegeben, sagt Goebels - die Umbaukosten seien damals auf sechs Millionen Euro taxiert worden. Auch die Stadt habe mal Interesse signalisiert, "ging aber dann stattdessen ins Vitus-Center. Immerhin haben wir in diesem Zusammenhang bereits ein Brandschutzkonzept erarbeiten lassen."

Perserteppiche jedenfalls sollen aus der ehemaligen Bankfiliale heraus nicht verkauft werden - zumindest nicht dauerhaft. "Wir überlegen aber, im November in der Schalterhalle einen Räumungsverkauf mit den Waren eines insolventen Händlers aus der Region zu machen", sagt Goebels. Auch das solle dann nicht zuletzt dem Ansinnen dienen, den Gebäudekomplex ins Gespräch zu bringen.

Quelle: RP
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