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Mönchengladbach
Bauchstation: Spezialisten arbeiten im Team

Mönchengladbach. Die Dichte der Organe im Bauchraum lassen diesen zu einem potenziellen Herd für vielfältige Erkrankungen werden. Daher wurde die "Bauchstation" im Krankenhaus Neuwerk eingerichtet, um bei Bedarf Untersuchungsergebnisse aus den Perspektiven von Allgemein- und Viszeralchirurgie, der Allgemeinen Inneren Medizin und Gastroenterologie sowie Frauenheilkunde unabhängig voneinander zu betrachten. Die Erfahrungen aus einer Erprobungsphase im Projekt überzeugte die Akteure. Nun wird die Bauchstation erweitert, um nach dem Motto "Gemeinsam schneller besser behandeln" auf Dauer Diagnostik und Therapie zu verbessern. Von Angela Wilms-Adrians

Das Projekt hatte Dr. Stefan Bollmann, Leitender Oberarzt der Chirurgie, angestoßen. "Die Bauchstation wurde im Herbst zunächst als Projekt bewusst klein und übersichtlich gehalten, um interne Abläufe koordiniert zu üben. Neben der fachlichen Expertise muss auch die menschliche Chemie zwischen Ärzten, Pflegern und Patienten stimmen, und es muss gute Räume geben", fasst Professor Dr. Dinko Berkovic von der Inneren Medizin zusammen und bilanziert zufrieden: "Das Konzept ist aufgegangen."

Das Krankenhaus optimiert mit der Station seine Möglichkeiten zur interdisziplinären Behandlung von Krankheiten. Für den Patienten bedeutet das, dass er nicht mehr von Abteilung zu Abteilung wandern muss. So können mehrere Untersuchungen ohne große Wartezeit abgewickelt und weitere Schritte eingeleitet werden.

"Die Patienten begrüßen die Bauchstation sehr, weil sich die Wege erheblich verkürzen und kleinere Abläufe nicht hinter einander, sondern mehr oder weniger auch gleichzeitig möglich sind", berichtet Professor Dr. Frank A. Granderath von der Allgemeinchirurgie. Die Folge: Wird die medizinische Kompetenz am Patientenbett gebündelt, können schneller Entscheidungen getroffen werden. Weitere Schritte, wie Operation und Therapie, werden zeitnah eingeleitet. Das verkürzt die Liegezeit, der Patient kehrt eher in sein gewohntes Umfeld zurück.

Berkovic sieht zudem einen Wissensvorsprung für die Ärzte verschiedener Fachrichtungen garantiert: "Wir lernen voneinander. Der Profit für junge Ärzte ist hoch. Sie lernen etwas, das so in getrennten Abteilungen nicht möglich wäre." Dr. Ralf Dürselen von der Gynäkologie ist froh, dass so das Spezialistentum der verschiedenen Abteilungen ein hohes Niveau garantiert und zugleich der Mensch mehr als Ganzes und nicht zurückgenommen auf ein Krankheitsbild gesehen wird.

Quelle: RP
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