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Mönchengladbach
Baufinanzierer testet Pilotkonzept in Gladbach

Mönchengladbach: Baufinanzierer testet Pilotkonzept in Gladbach
Niederlassungsleiter Marcel Bolleßen und Mirjam Mohr, im Vorstand der Interhyp für das Privatkundengeschäft verantwortlich, präsentieren die neue Filiale an der Bismarckstraße 44. FOTO: Hans-Peter Reichartz
Mönchengladbach. Schon länger hatte die Münchener Interhyp die Stadt im Auge, durch die vielen Bauprojekte wurde diese nun interessant. An der Bismarckstraße wird ein völlig neues Filialkonzept ausprobiert, um den Großteil des Niederrheins zu bedienen. Von Jan Schnettler

Oft muss man in den dritten oder vierten Stock eines Bürogebäudes fahren - und in entsprechend nüchtern-sterilem Ambiente die in der Regel schließlich komplexeste und größte finanzielle Transaktion seines Lebens tätigen. Das ist nicht nur, aber auch bei der Münchener Interhyp-Gruppe meist so, dem nach eigenen Angaben größten Vermittler privater Baufinanzierungen in Deutschland. Allerdings nicht in Mönchengladbach. An der Bismarckstraße 44 hat dieser Tage die neueste Niederlassung der Marke Interhyp eröffnet, die sich direkt an den Endkunden richtet. Und erstmalig - bundesweit gibt es bereits etwas über 100 Standorte - wird dabei auf ein völlig neuartiges Shop-Konzept gesetzt.

"Unser Ziel ist es, Menschen in ihr eigenes Zuhause zu bringen", sagt Mirjam Mohr, im Vorstand für das Privatkundengeschäft verantwortlich. "Deswegen soll sich auch der Store bereits ein wenig wie ein Zuhause anfühlen." Der Versuch darf als gelungen betrachtet werden: Im offenen Informationsbereich der 300 Quadratmeter großen Räume gibt es loftartiges Mauerwerk, in warme Farben getauchte Tapete, "Familien"-Bilder an der Wand sowie Wohnzimmersessel. "Hier kann jeder erst einmal unverbindlich reinkommen, um sich zu informieren und ohne direkt angesprochen zu werden", sagt Niederlassungsleiter Marcel Bolleßen.

Die warmen Töne von Holz und Beleuchtung, der Teppichboden und die offene Gestaltung ziehen sich auch durch den Rest des Pilot-Stores, auf Banktresen, Terminals oder seelenlose Besprechungsräume wurde hingegen bewusst verzichtet. Einen niedrigen sechsstelligen Eurobetrag hat Interhyp sich die Gestaltung kosten lassen, die bereits am Eingang beginnt - der ist nämlich kreisförmig, mit viel Glas versehen und an das Firmenlogo angelehnt. Neu für Interhyp ist auch die Lage - die übrigen Niederlassungen sind keineswegs so präsent im Stadtbild. Interessierte können sich das am heutigen Freitag, 11. November, von 9 bis 18 Uhr beim Tag der offenen Tür einmal anschauen.

Zunächst geht der Baufinanzierer mit einem siebenköpfigen Team an den Start, das aber zügig wachsen soll. "Wir haben seit Anfang der Woche tatsächlich bereits erste Abschlüsse getätigt, die Nachfrage ist groß", sagt Bolleßen, der auch die Düsseldorfer Niederlassung verantwortet. Dort war bisher die für den südlichen Niederrhein nächstgelegene Filiale. "Aber aus Erkelenz etwa fährt so schnell niemand für eine Baufinanzierung nach Düsseldorf", sagt Bolleßen, der selber aus Nettetal stammt. "Die Hemmschwelle, nach Gladbach zu fahren, ist da schon deutlich geringer."

Das war ein Grund für die Standortwahl, um künftig das Gebiet zwischen Düsseldorf, Essen, Bocholt, Aachen und Euskirchen zu bespielen - aber beileibe nicht der einzige. Die Interhyp habe Gladbach schon seit einigen Jahren im Auge gehabt, sagt Mohr. Nun sei der Zeitpunkt reif gewesen. Warum? "Hier entstehen gerade unheimlich viele Bauprojekte, demnächst beispielsweise an der Steinmetzstraße. Das ist für uns natürlich sehr interessant", sagt Bolleßen. Die Erkenntnis, dass sich Gladbach im Aufschwung befindet, ist in der Branche also angekommen. Die Lage an der Bismarckstraße punkte im Übrigen nicht zuletzt dadurch, dass etliche der Banken, mit denen Interhyp zusammenarbeitet, in unmittelbarer Nähe sind.

"Wir sind stolz darauf, als Pioniere diesen offenen Beratungsansatz und das neuartige Raumkonzept ausprobieren zu dürfen", sagt der Niederlassungsleiter. Auch die Stadt habe sich diesbezüglich viel entgegenkommender gezeigt als andere Kommunen. Ob das Konzept sich auch auf andere Standorte übertragen lässt, müsse sich zeigen. "Daran, wie uns die Kunden wahrnehmen, ob sie sich begeistern lassen, aber natürlich auch an wirtschaftlichen Kriterien wie Abschlussorientierung", sagt Mohr. Einen Akzent wolle Interhyp übrigens mehr und mehr auch beim Thema Anschlussfinanzierung setzen. Es könne sich dieser Tage nämlich lohnen, bestehende Finanzierungen nicht einfach eins zu eins zu verlängern.

Quelle: RP
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