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Mönchengladbach
Baustart an Peter-Nonnenmühlen-Allee

Mönchengladbach: Baustart an Peter-Nonnenmühlen-Allee
Technischer Leiter Günter Lux (v.l.), OB Hans Wilhelm Reiners und die Bauherren Rolf Müller und Achim Erner beim Spatenstich. FOTO: Isabella Raupold, Detlef Ilgner (Archiv), Visualisierung: Bunter Garten MG
Mönchengladbach. Es soll Gladbachs erste Adresse werden: Am Mittwoch war Spatenstich für das Bauprojekt am Bunten Garten. Insgesamt 140 Wohneinheiten entstehen anstelle der alten Engländer-Häuser. 60 Prozent des Quartiers sollen begrünt werden. Von Jan Schnettler

"Täglich dran vorbeijoggen" werde er auf seiner morgendlichen Runde, sagt Hans Wilhelm Reiners. Jeden Tag kann der Oberbürgermeister dann verfolgen, wie dort, wo 60 Jahre lang Britenhäuser das Areal rund um die Peter-Nonnenmühlen-Allee prägten, ein modernes Wohngebiet entsteht, das die Macher selbstbewusst als "Mönchengladbachs erste Adresse" bezeichnen. Und er wolle auch regelmäßig nachsehen, ob nicht aus Versehen "ein Bagger ausrutscht" und einen der schützenswerten Bäume auf dem Gelände beschädigt, schiebt Reiners halb im Scherz hinterher.

Seit Anfang Oktober und wohl noch bis zum Jahreswechsel werden die alten Britenhäuser abgerissen, damit das Neubauprojekt entstehen kann. FOTO: Ilgner Detlef (ilg)

Seine Wortwahl beim Spatenstich macht deutlich: Der Weg zu diesem Baustart war ein steiniger, verhandelt wurde lange mit harten Bandagen. Jetzt aber werden endlich Fakten geschaffen. Ab sofort wird für die ersten vier Punkthäuser mit 30 Eigentumswohnungen und 40 Tiefgaragenstellplätzen die Baugrube ausgehoben, ab 15. Dezember geht es richtig los. Und das ist nur der erste von sechs Bauabschnitten, der nächste soll schon ab April folgen. "Noch vor Weihnachten werden die nächsten Bauanträge eingereicht", sagt Projektleiter Rolf Müller.

Die meisten der 60 alten Engländerhäuser sind bereits abgerissen; sie weichen insgesamt rund 140 Wohneinheiten in den unterschiedlichsten Wohnformen vom 40-Quadratmeter-Apartment bis zur Villa. 70 Millionen Euro investiert die Projektgesellschaft Bunter Garten MG GmbH & Co. KG in das Projekt. Die Resonanz war von Anfang an immens: "Bereits vor dem offiziellen Vertriebsstart wurden über die Hälfte der Einheiten verkauft oder reserviert", sagt Achim Erner, geschäftsführender Gesellschafter der Kölner Ideal Assets GmbH, die zusammen mit der Lang & Cie. Rhein-Ruhr Real Estate AG das Bauherren-Duo und die Projektgesellschaft bildet.

Rund 60 Prozent des neuen Quartiers mit 18.500 Quadratmetern Wohnfläche sollen aufwändig begrünt werden. Am Schürenweg entstehe durch die um 15 Meter zurückgesetzten Baukörper zusätzlicher Grünraum - das war eine zentrale Forderung vieler Anwohner gewesen. Das Wohnkonzept ist generationsübergreifend angelegt; so entstehen etwa so genannte "Lockouts", eine Art Einliegerwohnung für Au-pair-Mädchen oder Pflegepersonal, die bei Bedarf "zugeschaltet" werden können. Das Bauprojekt, für das die Architekten a+m und Astoc verantwortlich zeichnen, soll den Bunten Garten für den gehobenen Mittelstand öffnen - aber beispielsweise auch Villenbesitzer aus dem direkten Umfeld ansprechen, denen ihre Häuser im Alter zu groß geworden sind.

"Hier verändert sich ein Stück Stadtgeschichte", sagt Reiners. Die Zeiten, in denen britische Soldaten und ihre Angehörigen die Stadt prägten, seien für diese gut und wichtig gewesen, aber auch längst vorbei. An der Vorbereitung des Bebauungsplans hat er in anderer Position maßgeblich mitgewirkt, und er sagt: "Ich bin sicher, dass er rechtlichen Überprüfungen standhält." Damit spricht er die juristische Auseinandersetzung mit einem Anwohner an, die aber keinem der Verantwortlichen ernste Sorgen bereiten.

Quelle: RP
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