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Redaktionsgespräch Stefan Wimmers
"Besser war's noch nie"

Redaktionsgespräch Stefan Wimmers: "Besser war's noch nie"
Der Mann mit den Ideen: Stefan Wimmers vom Citymanagement will in der Innenstadt noch einiges bewegen. FOTO: Isabella Paupold
Mönchengladbach. Der Vorsitzende des Citymanagements Mönchengladbach Stefan Wimmers spricht über Weihnachtseinkäufe und das anstehende letzte Adventswochenende, den Bedarf an hochwertigem Wohnraum und die obere und untere Hindenburgstraße.

Herr Wimmers, in zehn Tagen ist Heiligabend. Wie weit sind Sie mit Ihren Weihnachtseinkäufen?

Stefan Wimmers Ich mache mir jetzt langsam Gedanken. Im Ernst, ich entspreche voll und ganz dem Klischee und fange spät an. Die Adventszeit vergeht aber auch mit jedem Jahr schneller.

Wimmers: "Der Platz vor sem Sonnenhaus muss bespielt werden." Zum Beispiel mit Konzerten. FOTO: privat

Kaufen Sie Ihre Geschenke auch online? Oder lassen Sie sich von Geschäften die Ware nach Hause liefern?

Wimmers Nein, ich kaufe tatsächlich alles vor Ort. Und eine Lieferung ist wirklich nicht nötig, ich wohne ja sehr zentral. Die Angebote, nach Hause zu liefern, finde ich aber super, und die Kunden nehmen das auch langsam an. In ein paar Jahren wird es eine Selbstverständlichkeit sein. Es steigert die Aufenthaltsqualität, wenn ich nicht auf meine Tüten aufpassen muss und deshalb noch entspannt über den Weihnachtsmarkt gehen kann.

Das Minto zieht, und die Hindenburgstraße profitiert insgesamt davon. FOTO: jörg knappe

Ist die Vorweihnachtszeit für Sie vom Citymanagement eigentlich die stressigste Zeit?

Wimmers Nicht unbedingt, es muss ja alles schon vorher geregelt sein. Jetzt reden wir schon über 2016, über die anstehenden Messen, die Umstellung auf LED-Weihnachtsbeleuchtung oder die verkaufsoffenen Sonntage im nächsten Jahr.

Wenn Sie schon bei den Planungen für nächstes Jahr sind, können Sie sicher auch schon ein Fazit für 2015 ziehen. Wie verlief das Jahr aus Ihrer Sicht?

Wimmers Es lief toll im Vergleich zu 2014. Besser war´s noch nie. Auch die Rückmeldungen zum Weihnachtsmarkt sind sehr positiv. Es ist nur ein bisschen zu warm. Aber es ist für jeden etwas da: Es gibt den verkaufsbegleitenden Weihnachtsmarkt an der Hindenburgstraße, und das Weihnachtsdorf auf dem Alten Markt ist ideal für After-Work-Treffen und Entspannung in den Abend hinein. Inzwischen gibt es sogar Taxifahrten aus dem Umland zum Weihnachtsdorf. Das passt alles total gut und kann so bleiben.

Und wenn der Platz vor dem Sonnenhaus fertig ist?

WimmerS Der Platz muss bespielt werden, in der Adventszeit auch mit einem Thema, aber nicht als Weihnachtsdorf II. Den Rest des Jahres muss er natürlich auch genutzt werden, in der warmen Jahreszeit zum Beispiel mit Promenadenkonzerten wie in England. Allerdings nicht als Konkurrenzveranstaltung zu bestehenden Musikveranstaltungen.

Was erwarten Sie vom vierten und letzten Adventswochenende? Kommen in diesem Jahr mehr Leute in die Stadt?

Wimmers Es wird voll sein wie immer. Über eine Innenstadt, die zur Adventszeit nicht proppenvoll ist, müsste man sich auch Gedanken machen. Und ja, es kommen mehr Menschen. Es gibt inzwischen Reisebusse, die Mönchengladbach ansteuern. Das Minto zieht. Die Zahlen liegen über dem Plan. Und auch die anderen Händler erleben einen durchaus positiven Effekt. Die Hindenburgstraße profitiert.

Auch der obere und untere Bereich?

Wimmers Sagen wir mal so: Vorher war es unten schlecht und durch das Minto hat sich das nicht verbessert.

Und wenn der Bürgerservice im Vituscenter untergebracht wird?

Wimmers Es ist alles besser als jetzt, aber das allein wird nicht reichen. Da muss mehr geschehen, aber wir als Citymanagement haben dort auch keine Mitglieder mehr. Wir werden im kommenden Jahr versuchen, die Händler wieder anzusprechen und einzubinden.

Wie sehen Sie die Entwicklung an der oberen Hindenburgstraße?

Wimmers Es war dort schon immer schwieriger, allein wegen der Topographie. Aber Sinn Leffers hält tapfer dagegen, das Unternehmen hat auch viel Geld in die Hand genommen. Ein Anziehungspunkt könnte Top of the town werden. Dazu werden Gespräche mit den Betreibern der Bleichwiese geführt. Aber das Problem an der oberen Hindenburgstraße ist, dass nicht alle Eigentümer wirklich interessiert sind, manche spielen in einer anderen Liga und können Mietausfälle durchaus verkraften.

Was kann man denn grundsätzlich gegen Leerstände tun?

Wimmers Ich würde weiter ausholen: Wir müssen Kaufkraft nach Mönchengladbach holen. Dazu haben wir viele Möglichkeiten. Das Gelände des alten Finanzamts kann ein sehr attraktives Wohngebiet werden, ebenso das freiwerdende Gelände des Maria Hilf. Hier kann man ein hochwertiges Wohnquartier entwickeln.

Funktioniert denn Hochpreisiges in Mönchengladbach?

Wimmers Ja, der Bedarf an hochwertigem Wohnraum in der Innenstadt ist da. Es spricht sich herum, dass man in Mönchengladbach günstiger wohnen kann als in Düsseldorf oder Ratingen. Bei der Vermarktung des Bökelberggeländes wurde ja die Erfahrung gemacht, dass das funktioniert. Wir brauchen eine starke Kaufkraft in der Stadt.

Dann war es richtig, Gregor Bonin als Baudezernent nach Gladbach zu holen?

Wimmers Ja, das war ein Volltreffer. Wenn er es nicht kann, wer dann?

Wie ist das Verhältnis zum Citymanagement Rheydt? Gut?

Wimmers Ja, es ist gut. Wir müssen uns nicht gegenseitig zerlegen. Und es nützt niemandem, wenn ein Standort nicht läuft. Es ist gut, dass Karstadt bleibt und der Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz wird sich etablieren. Er hat die beste Kulisse und ist liebevoll gemacht.

Sie entwickeln gern kreative Ideen. Der Vorschlag mit dem Cable Car kam von Ihnen und auch das Ski-Event auf der Hindenburgstraße war Ihre Idee. Ist so etwas jetzt gestorben, weil das Snowboard-Event im Hockeypark stattfinden wird?

Wimmers Nein, das Snowboard-Event findet ja in der Adventszeit statt, da hätte man auf der Hindenburgstraße sowieso nichts Derartiges veranstalten können. Außerdem darf es dort dann keine Baustelle geben. Aber in einem baustellenfreien November kann man über vieles nachdenken. Grundsätzlich müssen wir jetzt in der Innenstadt Gas geben.

ANGELA RIETDORF, NICOLE SCHARFETTER UND DIETER WEBER FÜHRTEN DAS INTERVIEW

Quelle: RP
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