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Mönchengladbach
Best of NRW startete mit jungem Duo

Mönchengladbach: Best of NRW startete mit jungem Duo
Das Duo Noé Inui und Mario Häring bei ihrem Konzert im Schloss Rheydt. FOTO: Jörg Knappe
Mönchengladbach. Im Schloss Rheydt stellten der japanisch-griechische Geiger Noé Inui und der japanisch-deutsche Pianist Mario Häring ihre gemeinsame CD "Identity" vor. Die Leidenschaft ihres musikalischen Vortrags begeisterte die Gäste. Von Christian Oscar Gazsi Laki

Der junge Mensch ist in der Regel auf der Suche nach Identität: Wer bin ich, wer möchte ich sein? Mit wem oder was kann ich mich identifizieren? Diese Suche geht nie zu Ende: Diese Phase der Selbstfindung dauert vermutlich ein ganzes Leben. Wählt jemand den Beruf des Musikers - wie der japanisch-griechische Geiger Noé Inui und der japanisch-deutsche Pianist Mario Häring - so liegt es auf der Hand, Identitätssuche und schließlich deren Ergebnisse auch mit dem Publikum teilen zu wollen. In ihrem Fall mit einer gemeinsamen CD unter dem Titel "Identity", die sie nun im Rahmen des Zyklus "Best of NRW" vorstellten. Beim ersten Konzert dieser Saison im Schloss Rheydt präsentierten sie eindrucksvoll ihre leidenschaftliche künstlerische Identität.

Musik, die ihrem Charakter besonders entgegenzukommen scheint, haben die jungen Musiker zusammengestellt. Sie haben sich eine zwischen spätromantischer Eklektik und ganz persönlicher Modernität hin und her geschleuderte Musik ganz zu eigen gemacht. Die Werke selbst sind von einer Natur, die auf jeweils ihre Art die Identitätsfindung der Komponisten widerspiegeln. Auf bewegende Weise. Die Sonate für Violine und Klavier von Claude Debussy und Leo Janáèek, Karol Szymanowskis "Nocturne und Tarantella" op. 28, alle samt entstanden um den ersten Weltkrieg herum. Es mag eine Projektion sein, doch hört man es dieser Musik durchaus an. Es sind wohl die Extreme, die die Brüchigkeit der Zeit spiegeln und die Inui und Häring gut herausarbeiten. Auch Innerlichkeit, Rückzug. Erwin Schulhoffs (1894-1942) Sonate Nr. 2 fällt hier nur zeitlich ein wenig aus dem Rahmen, spricht aber eine ähnliche Sprache.

Das beim Konzert vorangestellte Werk Beethovens, sei es auch etwas deplatziert im Gesamtkontext, ließ beide Musiker eingangs unter Beweis stellen, dass sie durchaus eine noch breitere Stilpalette zur Hand haben. Der mit viel Gespür für Dramatik, mit dichtestem und goldklarem Klang spielende Violinist Inui und sein pianistischer Gegenpart überspielen keine musikalische Raffinesse. Härings äußerst runder Anschlag, nicht weniger glänzend als Inuis Geigenspiel, verdichtet sich bei Bedarf zu nahezu bleiernem Gewicht - bei bewusst gesetzten Akzenten. So bricht er die Linien hin und wieder. Ihr Zusammenspiel ist vollendeter Dialog. Nur selten scheint manches etwas überzeichnet, wirkt weniges etwas zu glatt oder zu spitz.

Dass es ihnen aber gelingt, mit teilweise eigenwilliger "Ich-Musik" den Abend derart zu "rocken" - wie sie es sich auch vorgenommen haben - muss man ihnen erst einmal nachmachen.

Quelle: RP
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