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Mönchengladbach
Betreiber einer Skaterhalle steht als Dealer vor Gericht

Mönchengladbach. Am 4. November vergangenen Jahres durchsuchte die Polizei eine Skaterhalle an der Krefelder Straße. In einem extra eingerichteten Verkaufsraum entdeckten die Beamten 929 Gramm Marihuana, aber auch Listen mit Preisen für Cananabisprodukte. Dass dort ein schwunghafter Handel mit Marihuana betrieben wurde, war bald klar. Noch während der Durchsuchung des Skaterclubs klopften Abnehmer der Drogen an die Tür. Außerdem fanden die Beamten damals eine Sammlung von Dekowaffen, aber auch sieben Schlagringe, einen Elektroschocker und eine scharfe Pistole, die allerdings defekt war. Von Ingrid Krüger

Im Ermittlungsverfahren überraschte der 30-jährige Betreiber der Skaterhalle die Polizeibeamten. Der Mönchengladbacher, der bisher noch nie aufgefallen war, legte sofort ein komplettes Geständnis ab, nannte Namen von Drogenkunden und Marihuanalieferanten. Auch im Gerichtssaal im Prozess vor der Ersten Strafkammer des Mönchengladbacher Landgerichts gab der Angeklagte die zahlreichen Vorwürfe der Anklage ohne weiteres zu. Bis zu seiner Festnahme habe er auch Marihuana konsumiert, aber im Gefängnis damit aufgehört. Mit Freunden habe man sich im Skaterbereich getroffen und sich die Miete geteilt. Zunächst sei die Halle nur ein Freizeittreff gewesen. "Hier wurde viel Sport betrieben, aber später auch konsumiert", erinnerte sich der geständige Angeklagte. Auch außerhalb des Freundesbereichs wurde dann Marihuana verkauft. Durch die Aufklärungshilfe des Angeklagten und durch die Ergebnisse von Telefonüberwachungen konnten Verfahren gegen 33 Drogenkäufer eingeleitet werden. Zwei Dealer wurden bereits im Februar verhaftet und sind inzwischen verurteilt.

Am Ende verurteilte die Erste Strafkammer den Angeklagten wegen gewerbsmäßigen Drogenhandels in 18 Fällen, davon einmal mit Waffen, zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten. Bei der Urteilsfindung habe man berücksichtigt, dass der nicht vorbestrafte Angeklagte keine Riesengewinne gemacht und kein Luxusleben geführt habe. Weil er von Anfang an an der Aufklärung des Falles mitgewirkt habe, sei bei ihm die Kronzeugenregelung angewendet worden. Außerdem sei man bei dem Angeklagten mit dem frühzeitigen und kompletten Geständnis von einem minder schweren Fall ausgegangen, hieß es schließlich in der Urteilsbegründung.

Quelle: RP
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