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Mönchengladbach
Betrugsvorwurf: Autohändler verweigert Aussage

Mönchengladbach. Auch den dritten Prozesstag vor dem Mönchengladbacher Schöffengericht verfolgte der Angeklagte (42) gelassen und ohne Anzeichen von Schuldbewusstsein. Tatsächlich wirft der Staatsanwalt dem Autohändler gewerbsmäßigen Betrug und Urkundenfälschung vor. Der Angeklagte ist weder aussage- noch geständnisbereit. Deshalb ist das Gericht auf Zeugenaussagen angewiesen. Von Ingrid Krüger

So erschien gestern ein 38-jähriger Kfz-Mechaniker aus Ratingen, der in den Jahren zwischen 2008 und 2013 in der Firma des Angeklagten gearbeitet hatte. "Ich musste die Fahrzeuge, die damals verkauft wurden, überprüfen und, wenn nötig, instandsetzen", berichtete der Zeuge. Allerdings konnte sich der 38-Jährige an Einzelfälle - meistens ging es dabei um hochwertige Sportwagen - nicht erinnern. So hatte sich ein Kunde beklagt, dass der Kilometerstand seines Wagens, den er auf dem Gelände des Autohändlers abgestellt hatte, am Ende 3000 Kilometer mehr als zuvor aufwies.

Auch im Falle eines anderen Sportwagens gab es einen Betrugsverdacht. An einem Fahrzeug, das zunächst keine allgemeine Betriebserlaubnis hatte, beanstandeten die TÜV-Sachverständigen lediglich eine Bremsleuchte. Bei der TÜV-Überprüfung befanden sich an den Rädern noch die Originalfelgen. Diese sollen allerdings später wieder entfernt worden sein. Danach habe man die Räder wieder mit den nicht erlaubten Reifen versehen. Der Kfz-Mechaniker versicherte im Gerichtssaal, davon nichts zu wissen. Der Angeklagte habe ihn nicht beauftragt, die Fahrzeuge zu frisieren, ergänzte der Zeuge.

Ein 54-jähriger Kfz-Meister aus Frechen hatte den Autohändler ebenfalls angezeigt. Er fühlte sich als Käufer eines Porsche von dem Angeklagten getäuscht. "Der Wagen hatte eine Schweizer Zulassung, war aber tatsächlich ein amerikanisches Fahrzeug. Beim Abholen war mir das nicht aufgefallen", erklärte der Mann seine Geschäftsbeziehung zu dem Angeklagten. "Das mit dem Re-Import stimmte nicht. Ich konnte den Wagen erst ein Jahr später zulassen", sagte der Zeuge. Er fühlte sich getäuscht.

Ein Kfz-Sachverständiger erklärte in seinem Gutachten, dass dieser Porsche damals in Deutschland für den amerikanischen Markt produziert worden, aber später in der Schweiz gelandet sei. Damals habe sich ein Re-Import, eine Rücküberführung des Fahrzeuges, finanziell noch gelohnt. Der Porsche sei seinerzeit in den USA billiger gewesen als in Deutschland. Inzwischen lohne sich so etwas nicht mehr.

Der Prozess wird mit weiteren Zeugen fortgesetzt.

Quelle: RP
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