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Mönchengladbach
Bettrather helfen ihrem Tambourcorps

Mönchengladbach. Von 1919 bis 1969 gab es in Bettrath ein Tambourcorps. Dann löste es sich auf. Im vergangenen Jahr gründeten einige Schützenbrüder den Spielmannszug neu. Nun sollen die Uniformen durch ein Stiftungsfest finanziert werden. Von Christian Lingen

Eine Gruppe Schützen der St.-Johannes-Junggesellenbruderschaft Bettrath war während der Frühkirmes im vergangenen Jahr so richtig in Feierlaune. Als man spätabendlich an der Theke stand und über das Fest philosophierte, schlug einer von ihnen vor: "Warum gründen wir nicht ein eigenes Tambourcorps?" Die Idee kam an. Noch am selben Abend sprach man im Festzelt andere Schützenbrüder an. "Wir kannten einige Leute, die Instrumente spielen. So kamen schnell einige potenzielle Kandidaten zusammen", sagt Christian Cerra. Zusammen mit seinem Onkel Andreas Becker war er der Initiator des neuen Corps. Inzwischen hat sich das Tambourcorps offiziell gegründet. Doch es fehlen noch rund 7000 Euro für die Jacketts der Uniform. Die sollen bei einem Stiftungsfest gesammelt werden.

"Die Hemden und Krawatten haben wir durch einen Sponsor finanziert. Weiße Hosen hatte jeder schon, weil wir aktive Bruderschaftler sind und die Hosen dort zur Uniform gehören", sagt Christian Cerra. Am Sonntag, 26. April, soll beim Stiftungsfest der Rest finanziert werden. Los geht es um 11 Uhr mit einer Messe in der Bettrather Kirche. Danach zieht das Tambourcorps rund um das Gotteshaus zum Jugendheim, wo ein Grillfest steigt.

Doch auch wenn die Uniform bezahlt ist, warten die Musiker noch mit ihren ersten Auftritten. Im August traf man sich zu ersten Proben. Die finden jeden Montag im Jugendheim Neuwerk statt. Bei der Krönungsmesse in Bettrath spielte das Corps zum ersten Mal auf. "Wir wollen im nächsten Jahr zum ersten Mal richtig auftreten. Vorher müssen wir erst einmal die Märsche vollständig beherrschen", sagt Christian Cerra.

Zurzeit besteht das Tambourcorps aus 23 Mitgliedern zwischen acht und 50 Jahren. Christian Cerra ist der Tambourmajor. Es hakt aber an den Flöten. "Wir haben zwölf Trommler, aber nur vier Flötisten. Vier weitere lernen es gerade erst. Deshalb sind wir dringend auf der Suche nach Leuten, die Flöte spielen können", erzählt er und ist zuversichtlich. "Dass es uns gibt, hat sich schnell herumgesprochen. Gute Tambourcorps werden immer gesucht. Wir haben schon erste Anfragen für Auftritte", sagt er. Nicht aufspielen werde man jedoch beim eigenen Schützenfest. Da gehen die Musikanten lieber in ihren Schützengruppen als Bruderschaftler.

Dennoch freut es die Bettrather, wieder ein eigenes Tambourcorps zu haben. Von 1919 bis 1969 gab es nämlich schon einmal eines, das einen hervorragenden Ruf genoss. Im gesamten Bezirksverband spielten die Musiker auf. Doch irgendwann fehlte der Nachwuchs, und so musste man sich 1969 mangels Mitglieder auflösen. "Wir sehen unser Tambourcorps als Neugründung des ehemaligen Corps. Von den alten Spielmännern leben noch einige. Zwei von ihnen werden zum Stiftungsfest kommen", erzählt Christian Cerra. Nun hoffen die Musiker, dass ihr Tambourcorps so erfolgreich wird wie das ehemalige.

Quelle: RP
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