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Mönchengladbach
Bewegendes Gedenken an Baby Ben

Mönchengladbach: Bewegendes Gedenken an Baby Ben
Die Mönchengladbacher haben Blumen und Kerzen in Erinnerung an den kleinen Ben niedergelegt. FOTO: Theo Titz
Wut, Fassungslosigkeit und Trauer: Viele Menschen nahmen bei einem Trauermarsch und einem Gottestdienst in der Rheydter Hauptkirche Anteil an dem traurigen Schicksal des kleinen Menschen. Von Simone Krakau, Mönchengladbach

Wie kann ein Mensch so etwas nur tun? Das ist die Frage, die allen Teilnehmern des Gedenkmarsches am Sonntagbbend ins Gesicht geschrieben stand. "In lieber Erinnerung" steht auf einigen Kerzen der Teilnehmer. Diese tragen sie in den Händen, während sie durch die Rheydter Innenstadt ziehen, um Baby Ben zu gedenken.

Gesenkte Köpfe, Kopfschütteln, wütende Gesichter - niemand mag so recht glauben, was am 1. Februar in einer Wohnung in Hockstein passiert ist. Dort soll Ben von seinem eigenen Vater getötet worden sein. Fassungslosigkeit ist das, was die Anwesenden durchweg in sich tragen. Fassungslosigkeit darüber, dass ein Vater sein eigenes Kind auf so grausame Weise töten kann. "Es tut mir in der Seele weh, wenn ich an das Kind und sein schlimmes Schicksal denke", sagt Stephanie Houben sichtlich bedrückt. Sie ist eine von drei Frauen, die eine Facebook-Gruppe mit mittlerweile mehr als 500 Mitgliedern, gegründet haben. "Ich habe selbst ein Kind, ich kann und möchte so etwas nicht begreifen. Da fehlen einem die Worte."

Das Entsetzten unter den Teilnehmern des Trauermarsches ist groß. Wenn Gisela Heynert über den kleinen Ben spricht, kämpft sie mit den Tränen. "Ich hätte Ben bei mir aufgenommen, obwohl ich schwerbehindert bin", sagt die Frau traurig. "Ich verspüre unglaublich viel Wut und Trauer. Dem Vater sollte das gleiche Leid widerfahren." Auch Gerti Neuß ist sehr wütend. "So viele Menschen wünschen sich sehnlichst ein Kind, und dieses Monster tötet sein eigen Fleisch und Blut? Das ist furchtbar. Fünfzehn Jahre Haft wären nicht genug." Mit ihrer Teilnahme an dem Zug durch die Stadt, möchten die Frauen ihre Anteilnahme ausdrücken. "Wir haben dem Kind zuvor nicht helfen können, also ist dies nun das Mindeste."

FOTO: Simone Krakau

Auch Marcel Heidgen, seine Frau Saskia und seine kleine Tochter sind zu dem Trauermarsch erschienen. Besonders für ihn als Vater sei es unvorstellbar, solch eine Tat zu begehen: "Das ist doch gefühllos", sagt er entsetzt. "Dann sollen solche Menschen keine Kinder in die Welt setzen."

Einige der Teilnehmer haben Kuscheltiere mitgebracht, die sie an einem Baum auf dem Marktplatz niederlegen möchten. "Das ist ein Geschenk für Ben," sagt die kleine Melina, die einen Kuschelbären dabei hat. Sonja Buschenhofen möchte sich bei dem Trauerzug von Ben verabschieden. Sie hat der Tod des Jungen sehr berührt: "Mir steigen die Tränen in die Augen, wenn ich daran denke, wie sehr sich das Baby gequält hat." Bianca Coslar hofft, mit ihrer Teilnahme ein Zeichen setzen zu können: "So etwas darf nicht noch einmal passieren."

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Im Anschluss zogen die Teilnehmer in die Hauptkirche ein. Dort wurde ein Gedenkgottesdienst für Baby Ben gehalten. Die Organisatoren hatten einen kleinen Text vorbereitet, der sich an das verstorbene Baby richtete. "Hallo Ben, wie gern hätten wir dich kennengelernt", war nur einer von vielen Sätzen, die unter die Haut gingen.

Quelle: RP
 
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