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Mönchengladbach
Bewegung statt Büffeln

Mönchengladbach: Bewegung statt Büffeln
Pascal, Nico und Leon (v.r.n.l.) schneiden beim gemeinsamen Frühstück Brotgesichter. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Gemeinsame Projektwoche mit Schülern der Gemeinschaftsgrundschule Wickrath und Herman-van-Veen-Schule. Bei Yoga, Marionettenbau, Fantasiereisen und anderem mehr gestalten Kinder mit und ohne Handicap ein Miteinander. Von Angela Wilms-Adrians

Pascal ist eine kleine Künstlernatur. Liebevoll hat der neunjährige Schüler der Herman-van-Veen-Schule für geistige Entwicklung zum gemeinsamen Frühstück sein Butterbrot mit gesunden Zutaten in ein lustiges Gesicht verwandelt. Von allen Angeboten während der Projektwoche der Gemeinschaftsgrundschule Wickrath (GGS) in Kooperation mit der Herman-van-Veen-Schule liebt er besonders die Dinge, bei denen er mit den Händen gestalten kann. Diese Leidenschaft teilt er mit seinem Tischnachbarn, dem achtjährigen Niko von der GGS. Für den steht fest: "Ich bastele am liebsten, und am schönsten ist das Frühstück".

Unter dem Motto "Wir bewegen uns" ließen Kinder der GGS und Herman-van-Veen-Schule für eine Woche den normalen Schulalltag hinter sich. Stattdessen probierten Schüler mit und ohne Handicap gemeinsam und klassenübergreifend vielfältige Beziehungs-, Bewegungs- und Gestaltungsmöglichkeiten aus, wie etwa Yoga, Fantasiereisen, den Erwerb des Deutschen Sportabzeichens, die Entwicklung eines Schulliedes und -tanzes, Marionettenbau und Projektzeitung. Dazu zählte auch das gesundheitsbewusste Frühstück "Kuh"le Schnitte, an dem Pascal so viel Freude und im wörtlichen Sinne Geschmack fand. Denn so schön das Gesicht mit Gurkenscheiben für die Augen auch ausgefallen war, am Ende aß er sein Brot doch mit sichtlichem Vergnügen und Genuss. Zur Projektwoche waren für die Schüler viele Erfahrungen ganz neu. Dank Lehrerin Anna Zitz probierten fast alle zum ersten Mal Yoga aus und fanden es wie Leyla und Shasa zum Beispiel "richtig gut". "Ich finde so schön, dass man bei Yoga Tiere nachmachen kann", schwärmte Raffel. Erklärter Liebling war der kleine Schulhund Smarti, der zur tiergestützten Pädagogik gerne Streicheleinheiten entgegennahm.

"Die Kooperation der beiden in Wickrath ansässigen Schulen ist uns im Rahmen der Inklusion sehr wichtig. Die Kinder können sich so kennenlernen, und wir werden aus den Erfahrungen etwas entwickeln, was wir nach den Sommerferien in AGs weiterführen werden", sagte GGS-Rektorin Anja Menke. "Wir haben Kinder mit ausgeprägtem Handicap, Kinder im Rollstuhl und mit Sprachcomputer. Alle wurden hier selbstverständlich aufgenommen", ergänzte Doris Waßen, Schulleiterin von der Herman-van-Veen-Schule. Beiden Pädagoginnen ist es wichtig, dass sich die beteiligten Kinder auch einmal anders erfahren, dabei nicht nur auf die eigene Klasse und Schule fixiert sind und so soziale Kompetenz üben.

Am morgigen Samstag, 25. Juni, präsentieren die Schüler beim Schulfest in der GGS Wickrath von 10 bis 12 Uhr die Ergebnisse. Sie können dann auch die Aktionen kennenlernen, an denen sie nicht beteiligt waren.

Quelle: RP
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