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Mönchengladbach
Bildungspolitiker warten Stellungnahmen der Schulen ab

Mönchengladbach. Die Entscheidung über den Schulentwicklungsplan Sek. 1 fällt erst im Februar. Beim Schulbusverkehr soll die Kommunikation verbessert werden. Von Angela Rietdorf

Über mangelndes Interesse können sich die Mitglieder des Schulausschusses an diesem Sitzungstag nicht beklagen. Die Zuhörer füllen nicht nur alle Sitzplätze, sie stehen auch an den Wänden entlang und sitzen auf den Fensterbrettern. Der Ausschuss hat ein Einsehen und zieht den Punkt, der so viele hingelockt hat, nach vorn. Es geht um den Schulentwicklungsplan für die Sekundarstufe 1 und damit auch um eine mögliche weitere Gesamtschule, die Zukunft von Schulstandorten und der verschiedenen Schulformen in der Stadt.

Um es gleich zu sagen: Eine Entscheidung wird nicht gefällt und das war auch gar nicht geplant. "Es handelt sich um ein dreistufiges Verfahren", erklärt Schuldezernent Gert Fischer. "Jetzt werden die Stellungnahmen der Schulen eingeholt, möglichst bis Weihnachten." Dieses Vorgehen stößt bei allen Bildungspolitikern auf Zustimmung. Nicole Finger von der FDP möchte allerdings durch einen Antrag sicherstellen, dass kein Gymnasium geschlossen wird, um eine weitere Gesamtschule zu ermöglichen. Das führt zu lautstarken Reaktionen im Publikum. Der Antrag wird aber zurückgezogen, als Markus Spinnen und Ulrich Elsen als Vertreter der GroKo bestätigen, dass sie ein solches Vorgehen in ihren Kooperationsvereinbarungen ohnehin ausgeschlossen haben. Eine Entscheidung über den Schulentwicklungsplan soll in der nächsten Sitzung des Schulausschusses im Februar 2018 fallen.

Außerdem hatte der Schulausschuss Vertreter der Verwaltung und der NEW in die Sitzung geladen, um sich über die Probleme im Schülerverkehr berichten zu lassen, die mit der Umstellung auf das neue Linienkonzept einhergehen und zu Protesten von Eltern und Schülern geführt haben. "Die Umstellung erfolgt in drei Stufen, wir sind jetzt in Stufe 1", erklärte Jörg Clages, Verkehrsplaner bei der Stadt.

Mit der Umstellung sollten insgesamt Verbesserungen erreicht werden, aber auch einige Einsparungen wie die Ausdünnung der Linie 24, die auf einen 40-Minuten-Takt umgestellt wurde, die Schüler zum Umsteigen in Rheydt zwingt und zu überfüllten Bussen zwischen Rheydt und Mülfort führt. "Wir haben jetzt drei Fahrzeuge mehr morgens auf der Strecke von Rheydt nach Mülfort im Einsatz", versicherte der verantwortliche NEW-Mitarbeiter. Probleme bereitet eher noch die Rückfahrt der Schüler. Die NEW ist offensichtlich nicht über die Schulschlusszeiten der unterschiedlichen Schulen informiert. Hier ist verstärkte Kommunikation angesagt. Die NEW könne die Schulen ansprechen, wenn die Linienstruktur verändert werde, meint Grünen-Vertreter Schaeben.

Schuldezernent Fischer fordert die Schulleitungen auf, sich bei Problemen im Schülerverkehr rasch zu melden. Aber der Informationsfluss scheint wirklich im Argen zu liegen, wenn Herbert Pauls, Bezirksvorsteher Nord, darauf hinweisen muss, dass mit der Verlegung der Gesamtschule Stadtmitte ins ehemalige Gebäude der Geschwister-Scholl-Realschule auch andere Busverbindungen benötigt werden. "Es gibt keine Busverbindung von Ohler und Ohlerfeld zum neuen Standort", sagt Herbert Pauls.

Quelle: RP
 
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